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Late Night

© Universal Pictures Home Entertainment

Late Night -- Die Show ihres Lebens

USA 2019

FSK: ab 0 Jahren

Länge: ca. 101 Min.

Vertrieb: Universal Pictures Home Entertainment

Filmzine-Review vom 13.01.2020

Katherine Newbury ist die Grand Dame des Late-Night-Talks und seit 30 Jahren fest im allabendlichen Unterhaltungsprogramm etabliert. Statt YouTube-Sternchen lädt sie lieber Journalisten, Schriftsteller und Menschenrechtler ein, ihre Witze sind sauber, politisch korrekt und ungefährlich. Doch dann wird sie von der neuen Sender-Chefin ausgezählt, ihre heißgeliebte Sendung -- neben Ehemann Walter (John Lithgow) ihr ganzer Lebensinhalt -- steht auf der Kippe. Die neue Gag-Schreiberin Molly (Mindy Kaling) bringt frischen Wind in die Redaktion. Ob sie das Ruder rumreißen kann…?

Late Night erzählt die Geschichte zweier Frauen -- die eine steht vor dem drohenden Ende ihrer Karriere, die andere vor einem vielversprechenden Neuanfang. Die großartige Emma Thompson, die man viel zu selten sieht, gibt die erfahrene Talkerin: Sie ist überheblich, ungeduldig und es mangelt ihr an jeglicher Sozialkompetenz. Sie ist in ihrer Routine festgefahren und kann den neuen Entwicklungen der Unterhaltungsbranche nichts abgewinnen. Mit ihrer Abneigung gegen Frauen in ihrem beruflichen Umfeld konfrontiert lässt sie prompt eine Quotenfrau einstellen. Die Wahl fällt auf die Quereinsteigerin Molly -- gutherzig, ambitioniert und etwas naiv. Die junge Frau indischer Abstammung ist Diskriminierung und Ablehnung gewohnt, doch sie steckt voller unverbrauchter Ideen und erarbeitet sich schließlich einen Platz in Katherines Entourage. Während Late Night die Storyline der Katherine Newbury präzise auf den Punkt bringt, wird das Skript etwas beliebig und unentschlossen, wenn es um die Geschichte von Molly geht. Als Medienschelte oder Abrechnung mit der Entertainment-Branche nicht bissig genug, als Buddy-Komödie nicht lustig genug, stellt sich irgendwann das Gefühl ein, dass hier viel mehr drin gewesen wäre. Die Diskriminierung, die gerade älter werdenden Frauen in diesem Sektor entgegenschlägt, hätte gern eine größere Rolle spielen dürfen, stellt aber nur das Hintergrundgeschehen dar, so dass leider zu viel Potenzial auf der Strecke bleibt. Wegen der durchweg großartigen schauspielerischen Leistungen und der wirklich guten Story-Ansätze möchte man den Film eigentlich viel besser finden, als er objektiv betrachtet ist. Für einen gemütlichen Sofaabend macht man mit Late Night aber auch nichts falsch.

 

Blu-ray Extras:

    • Im Autorenraum (4 min)
    • Making of (4 min)
    • Weibliche Comedians (4 min)
    • Wendecover

 

Ninas Filmwertung

Emma Thompson ist herausragend in ihrer Rolle der misantropischen Moderatorin, die sich allen Neuerungen sperrt. Ein wenig mehr Biss hätte dem Film jedoch nicht geschadet.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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Leserwertung

Eure Leserwertung:
[Gesamt:6    Durchschnitt: 3.8/5]

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