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Nomadland

© 2021 20th Century Studios

Nomadland

USA 2020

FSK: ab 0 Jahren

Länge: ca. 104 Min.

Vertrieb: Walt Disney Studios Home Entertainment

: 30.09.2021

Filmzine-Review vom 02.10.2021

Fern (Frances McDormand) hat eigentlich alles verloren. Ihre Arbeit in der inzwischen stillgelegten Gipsmine, ihr Haus in der Ortschaft in Nevada, die zusammen mit der Mine aufgegeben wurde und heute eine Geisterstadt ist, und auch ihren Mann, der in dieser Zeit verstarb. Sie lebt jetzt in einem Lieferwagen, mit dem sie kreuz und quer durch den Südwesten der USA juckelt, um sich irgendwo kurzfristig als Saison- und Aushilfsarbeiterin anstellen zu lassen. Wie ihr sind viele Menschen in den USA abgehängt worden – von der Gesellschaft, vom Rentensystem, vom Leben. Doch trotz aller Widrigkeiten merkt Fern auch, dass sie sich eine sesshafte Lebenweise nicht mehr vorstellen kann…

Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin – bei den Oscar-Verleihungen 2021 räumte Nomadland in den wichtigsten Kategorien ab. Keine sehr offensichtliche Wahl, denn das nüchterne Drama von Chloé Zhao, der ersten Asiatin, die jemals als beste Regisseurin nominiert wurde, ist kein Crowd-Pleaser. Wie schon Zhaos Vorgängerfilm The Rider kommt ihr Roadmovie fast dokumentarisch daher. Neben Frances McDormand und David Strathairn sind alle anderen „Hauslosen“ im Film auch im wahren Leben Nomaden und treten unter ihren Realnamen auf. Eine richtige Storyline im klassischen Sinne gibt es nicht, vielmehr reihen sich Begegnungen und Episoden aneinander und lassen so wie ein Puzzle Stück für Stück ein Bild von Ferns Leben entstehen. Romantisierend oder verklärend ist Nomadland trotz etlicher Sonnenuntergänge und Weitwinkelaufnahmen des amerikanischen Westens keinesfalls. Fern führt ein außerordentlich entbehrungsreiches Leben, sie kommt gerade so über die Runden. Mit dem Traum von der grenzenlosen Freiheit hat das wenig zu tun. Sie ist wie ihre umherziehenden Mitstreiter auf sich allein gestellt, ab und an begegnet man sich wieder, erzählt sich abends am Lagerfeuer seine Träume, bevor am nächsten Tag jeder wieder seines Weges zieht. Die einzige Konstante ist die Ungewissheit, wie es weitergehen wird – in ein paar Tagen, Wochen oder Monaten, wenn sich Fern irgendwo in der Prärie den nächsten Job suchen muss. Ihr Kampf ums Über-Leben ist ihre Art zu Leben geworden.

 

DVD Extras:

    • keine

 

Ninas Filmwertung

Schnörkelloses Roadmovie mit realistisch-dokumentarischen Zügen, in dem sich Frances McDormand die Hauptfigur ganz zu eigen macht.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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