Howl – Das Geheul

© Pandora Film

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Howl – Das Geheul

Howl

USA 2010

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 81 Min.

Studio: Werc Werk Works

Vertrieb: Pandora Film

Filmzine-Review vom 27.07.2011

1957 findet in San Francisco eine faszinierende Gerichtsverhandlung statt: angeklagt ist das Gedicht „Howl“ des Schriftstellers Allen Ginsberg, dem Obszönität vorgeworfen wird. Professoren, Englischlehrer und Intellektuelle werden auf dem Zeugenstand befragt, um zu ermitteln, ob das ordinäre Werk als Kunst gelten darf oder nicht. Mit dem Urteil wird die Geburtsstunde der Beat-Generation eingeläutet, zu deren bekanntesten Autoren auch Jack Kerouac, ein Freund Ginsbergs, gehört…

Anlässlich des 50. Geburtstags des Gedichts dachte man in Hollywood über eine filmische Umsetzung der abenteuerlichen Geschichte dieses avantgardistischen Werks nach. Mit Howl – Das Geheul hat man sich für eine sehr unkonventionelle Annäherung entschieden. Es ist eine Art dokumentarischer Spielfilm geworden, dem die Gerichtsverhandlung als roter Faden zugrunde liegt, die anhand von Gerichtsakten rekonstruiert wurde. Dazwischen erzählt James Franco in der Rolle des Künstlers Ginsberg in einem fiktiven Interview Anekdoten zu den Hintergründen seines Gedichts, das durch seine Atemlosigkeit wie im Rausch geschrieben wirkt, an dem er aber tatsächlich Monate lang arbeitete. Die einzelnen Strophen des Gedichts werden in einem dritten Erzählstrang vorgetragen, vertont von Carter Burwell und illustriert durch Animationen, die auf Zeichnungen des Ginsberg-Kollegen Eric Drooker basieren. James Franco hat Ginsbergs eigenwillige Vortragsweise perfekt studiert und setzt sie mit gleichbleibender Leidenschaft um. Howl verlangt seinen Zuschauern einiges an Konzentration und Aufmerksamkeit ab, im Gegenzug gewinnt man einen vielschichtigen Einblick in eine besondere Kulturbewegung, die einen entscheidenden Wendepunkt in der literarischen Welt darstellte.

Bei der englischen Originalfassung lassen sich die deutschen Untertitel nicht abschalten, vor allem in den Gedichtpassagen trägt dies eher zur Verwirrung als zum besseren Verständnis bei. Die beiden Produzenten gestalten ein erfreulich ausführliches und äußerst informatives Making of, das mit 40 Minuten zu Buche schlägt.

 

Ninas Filmwertung

Anspruchsvolles, eigenwilliges Doku-Drama um die Geburtsstunde der Beat-Generation.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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Cast & Crew

Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb Pandora Film kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
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