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Pans Labyrinth (Mediabook)

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Pans Labyrinth (Mediabook)

El Laberinto del fauno

USA | Spanien | Mexiko 2006

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 114 Min.

Studio: Warner Bros.

Vertrieb: Capelight Pictures

Filmzine-Review vom 18.07.2018

Spanien 1944, fünf Jahre nach Ende des Bürgerkriegs kämpfen einige Widerständler weiterhin gegen Francos faschistisches Regime. Der eiskalte Capitan Vidal (Sergi López) hat sich mit seinen Soldaten die Auslöschung der Guerillas zum Ziel gesetzt. Seine hochschwangere Frau zieht mit ihrer Tochter Ofélia (Ivana Baquero) in den Armeestützpunkt, um den vom Capitan sehnlich erwarteten Sohn in seiner Nähe gebären zu können. Während Ofélia ihren Stiefvater verabscheut, ist sie von der verwunschenen Umgebung des neuen Zuhauses fasziniert. Ein mysteriöses Insekt, das sich in eine Fee verwandeln kann, führt sie in ein unterirdisches Labyrinth, wo sie dem Pan begegnet. Dieser hält sie für die lang vermisste Prinzessin des unterirdischen Reichs, doch zum Beweis muss sie drei Prüfungen ablegen…

Dieses Jahr endlich mit dem verdienten Oscar für The Shape of Water ausgezeichnet, kam der große Durchbruch für Guillermo del Toro auf internationaler Ebene 2006 mit Pans Labyrinth, einer faszinierenden Mischung aus Kriegs-/Widerstandsdrama und düsterem Fantasy-Märchen. Die harte, nüchterne Realität steht dabei in offensichtlichem Gegensatz zur Fantasiewelt mit Feen, Prinzessinnen, Riesenkröten und einem merkwürdigen Nacktmonster, dessen Augen in seinen Handflächen sitzen. Auch die Figur des auf den ersten Blick furchteinflößenden Pan, der aber eigentlich ein gutes Wesen ist, ist konträr zur Person des adretten Hauptmanns, dessen schonungslose Brutalität den Großteil des Publikums schockieren dürfte. Beide Handlungsstränge werden überaus gekonnt kombiniert, wobei nie versucht wird, Ofélias Parallelwelt als Traum oder Einbildung zu rechtfertigen. Vielmehr ergänzen sich Realität und Fiktion zu einem Gleichnis für den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse und spiegeln sicherlich auch die zerrüttete Seele Spaniens der damaligen Zeit wider.

Die unglaubliche Fülle an Bonusmaterial des Mediabooks, das auch optisch einiges hermacht, lässt einen aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen. Fast 7 Stunden hochwertige Extras lassen keinen Aspekt der Dreharbeiten unbeleuchtet, keine Figur unbesprochen, keine Szene uninterpretiert. In weiten Teilen bestreitet del Toro die Bonussektion selbst, nur selten kommen die Schauspieler zu Wort. Das Ergebnis ist ein umfassender und informativer Einblick in die Visionen des Regisseurs, die Farb- und Formgestaltung der beiden Welten, die Entstehung der Fabelwesen, die Besetzung der Rollen, die Komposition des Leitthemas und, und, und. Neben einem Audiokommentar mit dem Regisseur ist außerdem noch eine Folge der Charlie-Rose-Show mit an Bord, in der del Toro mit seinen mexikanischen Kollegen Cuarón und Iñárritu interviewt wird. Jedes der Features hat seine Berechtigung, derart werbefreies Zusatzmaterial bekommt man selten zu sehen. Obendrauf gibt es ein umfangreiches Booklet, in dem der Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger über del Toros Werdegang im Allgemeinen und Pans Labyrinth im Speziellen schreibt. Alles in allem ein vielversprechender Kandidat für den Blu-ray-Release des Jahres.

Blu-ray Extras:

  • 24-seitiges Booklet

Film-BD/DVD

  • Audiokommentar mit Guillermo del Toro
  • Filmdokumentation (45 min)
  • Original- und dt. Trailer zum Film
  • Trailer zu 3 anderen Filmen

Bonus-BD

  • Der Zauber der Märchen (40 min)
  • Die Schönheit der Bestien (26 min)
  • Die Kraft der Mythen (14 min)
  • Das Set-Design (6-teilig, 34 min)
  • Hinter der Kamera (4-teilig, 62 min)
  • Die Figuren (5-teilig, 56 min)
  • Produktionstagebuch (5-teilig, 14 min)
  • 4 Featurettes (42 min)
  • Storyboard/Film-Vergleich (5-teilig, 11 min)
  • Bilder und Zeichnungen (6-teilig, 11 min)
  • Die Musik (3-teilig, 8 min)
  • Die Marketing-Kampagne: 7 TV-Spots, US-Kinotrailer, US-Teaser
  • Die Charlie-Rose-Show (49 min)

 

Ninas Filmwertung

Ganz gleich ob alptraumhaftes Märchen oder märchenhafter Alptraum, Pans Labyrinth ist Kinomagie pur.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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Leserwertung

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[Gesamt:4    Durchschnitt: 4.8/5]

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