Salaam Namaste – Hochzeit, nein danke!

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Salaam Namaste – Hochzeit, nein danke!

Salaam Namaste

Indien 2005

FSK: ab 6 Jahren

Länge: ca. 152 Min.

Studio: Yash Raj Films

Vertrieb: rapid eye movies

Filmzine-Review vom 24.08.2007

Chefkoch Nikhil „Nick“ Arora (Saif Ali Khan) verschläft einen Interviewtermin mit Radiomoderatorin Ambar (Preity Zinta), woraufhin diese ihn vor laufenden Mikros nach Strich und Faden heruntermacht. Als die beiden sich kurz danach auf einer Hochzeit über den Weg laufen, ahnen sie nicht, wen sie vor sich haben. Und merken dies auch erst, als sie sich – wie könnte es anders sein – bereits ineinander verliebt haben…

Als Vertreter des modernen indischen Kinos bricht Salaam Namaste mit so einigen Bollywood-Tabus. Nicht nur, dass die Liebesszenen zwischen Saif Ali Khan und Preity Zinta für indische Verhältnisse schon beinahe pornographische Züge haben, noch dazu trauen die Macher sich an Themen wie Zusammenleben ohne Trauschein und sogar uneheliche Schwangerschaft heran. Um das indische Publikum diese Tabubrüche leichter verkraften zu lassen, wurde das ganze kurzerhand in Melbourne angesiedelt, was der Story mit der NRI-Thematik (NRI = Non-Resident Indian) einen weiteren – aber nur am Rande behandelten – Aspekt verschafft.

Die Hauptdarsteller liefern eine durchgängig gute Leistung ab, und auch in den ungewohnt intim ausgefallenen Liebesszenen zeigt sich, dass die Chemie zwischen den beiden Top-Stars stimmt. Saif Ali Khan macht sowohl in Unterhose als auch in den zahlreichen komödiantischen Szenen eine gute Figur. Etwas daneben gegriffen hat Regisseur Siddharth Anand mit einzelnen Nebencharakteren, so ist z.B. Javed Jaffrey als indisch-australischer „Crocodile Dundee“-Verschnitt zumindest in der Originaltonspur noch ansatzweise witzig, nach einiger Zeit aber nur noch nervtötend. Mindestens einen halben Bewertungspunkt verliert Salaam Namaste noch in der letzten Viertelstunde. Hier liefert Abhishek Bachchan (in Analogie zum hier und da als Vorlage verwendeten Nine Months mit Hugh Grant) einen Gastauftritt als völlig überforderter Arzt ab, der dermaßen in peinlichem Slapstick versinkt, dass man am liebsten die Augen schließen möchte. Bis dahin bietet die dramatische Liebeskomödie jedoch durchaus einen unterhaltsamen Abend mit zahlreichen Twists & Turns, eingängigen Song-Einlagen und – zumindest in der ersten Hälfte – reichlich Sonne und guter Laune. Ob das ansonsten nahezu kussfreie Bollywood sich auch über einzelne vorpreschende Werke wie dieses hinaus an den „westlich“ orientierten Wertewandel gewöhnen wird, bleibt abzuwarten.

In den auf einer Bonusdisc versammelten Extras findet sich ein von den Hauptdarstellern moderiertes ca. zwanzigminütiges Making Of sowie entfallene Szenen und Outtakes. Unter dem Titel „First Impression“ äußern sich Cast & Crew sowie zahlreiche illustre Bollywood-Namen (u.a. Shah Rukh Khan, Kirron Kher, Erfolgs-Regisseur Karan Johar) unter anderem zum Pioniercharakter des Films.

 

Katjas Filmwertung

Tabubruch in Bollywood: außergewöhnlich offenherzige Romantikkomödie mit dramatischem Anstrich.

Katja

Katja

Originalton-Verfechterin, Fantasy- und Serien-Fan. Schaut gerne spanische und französische Filme, um den Kopf ein-, sowie auch mal Bollywood und gute RomComs, um ihn auszuschalten.

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Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb rapid eye movies kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
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