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Scarface

© Universal Pictures Germany Home Entertainment

Scarface -- Gold Edition

USA 1983

FSK: ab 18 Jahren

Länge: ca. 170 Min.

Vertrieb: Universal Pictures Home Entertainment

Filmzine-Review vom 11.02.2020

Kuba/USA 1980: Im Zuge der Mariel-Bootskrise lässt Fidel Castro weit über 100.000 kubanische Staatsbürger nach Florida abschieben. Zum Flüchtlingsstrom gehört auch Tony „Scarface“ Montana (Al Pacino), der im Sunshine State ohne Rücksicht auf Verluste den amerikanischen Erfolgstraum wahrmachen möchte. Bereits kurz nach seiner Ankunft in einem Auffanglager verschafft er sich durch einen Auftragsmord einflussreiche Freunde an den richtigen Stellen. Als Handlanger für den Drogen-Gangster Frank Lopez (Robert Loggia) macht er zunächst die Drecksarbeit, doch Tony ist gierig und will mehr und hat es nicht nur auf die Frau seines Bosses (Michelle Pfeiffer) abgesehen…

Brian De Palmas Gangsterepos, ein Remake des berühmten Howard-Hawks-Klassikers aus der Anfangszeit des Tonfilms, ist in jeder Hinsicht aufregend, exzessiv und blutig. Vordergründig folgt der Film dem traditionellen Erzählmuster vom Aufstieg und Fall eines Gangsters, doch das Drehbuch von Oliver Stone fügt dem Ganzen eine politische Komponente hinzu, die das Original nicht hatte. Mit Scarface konnte sich der Meisterregisseur, der ursprünglich die Regie von Flashdance übernehmen sollte, zudem von dem nicht selten geäußerten Vorwurf befreien, immer nur sein großes Vorbild Alfred Hitchcock kopieren zu wollen. De Palmas Inszenierung in Scarface ist atemberaubend: Die Bandbreite reicht von Spannungsmomenten wie dem ersten misslungenen Drogendeal, bei dem die Kamera nervös zwischen dem Gemetzel in dem ranzigen Motelzimmer (Stichwort Kettensäge) und dem wartenden Fluchtwagen am Ocean Drive hin und herschwenkt, bis zum kompletten Eintauchen in die pastellfarbene Welt der schrillen Miami Beach-Discos mit Bergen von Kokain und (nicht gut gealterten) Disco-Beats von Giorgio Moroder. Al Pacino liefert hier in der Rolle des ebenso größenwahnsinnigen wie tragischen Gangsters, der den Hals nicht voll genug kriegen kann, eine seiner besten Karriereleistungen ab, die in einem schönen Kontrast zu seinem stets unterkühlten und beherrschten Auftritt als Michael Corleone in den (noch besseren) Pate-Filmen steht.

Die Gold Edition präsentiert den 80er-Jahre-Klassiker mit einem neuen Bildmaster, das alle bisherigen Versionen locker in den Schatten stellt. Besonders im 4K-Format kommt die grellbunte Farbgebung, Tiefenschärfe und Detailzeichnung hervorragend zur Geltung. Die Extras der alten Blu-ray wurden komplett übernommen. Neu dabei ist ein unbedingt sehenswerter Beitrag anlässlich des 25-jährigen Jubiläums beim Tribeca Filmfestival 2018 mit Al Pacino, Michelle Pfeiffer, Steven Bauer und natürlich Brian De Palma.

 

Blu-ray Extras:

    • 35 Jahre Scarface: Ein Wiedersehen mit Al Pacino, Michelle Pfeiffer, Steven Bauer und Brian De Palma beim Tribeca Filmfestival 2018 (27 min)
    • Das Scarface-Phänomen (39 min)
    • Die Welt von Tony Montana (12 min)
    • Die Wiedergeburt (10 min)
    • Die Darstellung (15 min)
    • Die Entstehung (30 min)
    • Deleted Scenes (22 min)
    • Scarface: Die TV-Version (3 min)
    • Making of Scarface: Das Videospiel (12 min)

 

Marcs Filmwertung

Say hello to my little friend! In der Gold Edition erstrahlt Brian De Palmas kontrovers diskutierter Gangster-Klassiker mit einem überragendem Al Pacino in neuem Glanz.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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Leserwertung

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