The Hateful 8

© Universum Film

© Universum Film

The Hateful 8

USA 2015

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 167 Min.

Studio: The Weinstein Company

Vertrieb: Universum Film

Filmzine-Review vom 30.05.2016

Wenige Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg macht sich Kopfgeldjäger John „Hangman“ Ruth (Kurt Russell) mit seiner Gefangenen Daisy Domergue (Jennifer Jason Leigh) in einer Postkutsche auf nach Red Rock. Ein aufziehender Blizzard zwingt die beiden zu einem Zwischenstopp in „Minnie’s Haber-dashery“, einer einsamen Hütte in der Einöde Wyomings. Hier trifft Ruth auf eine Gruppe Gestrandeter. Die wahren Motive der zwielichtigen Gestalten, zu denen u.a. Nordstaaten-Major Marquis Warren (Samuel L. Jackson), der angebliche Sheriff von Red Rock (Walton Goggons), ein Henker (Tim Roth), ein Südstaaten-General (Bruce Dern) und ein Cowboy (Michael Madsen) gehören, werden erst im Verlauf der Handlung aufgedeckt…

Die Vorbereitungen zu Tarantinos The Hateful 8 standen zunächst unter keinem guten Stern. Da das Drehbuch vorab im Internet veröffentlicht wurde, drohte der Maestro beleidigt, den Film sausen zu lassen. Zum Glück ließ er sich eines Besseren belehren, denn der Spätwestern, das mittlerweile achte Werk im Oevre des Regisseurs, ist durch und durch ein echter Tarantino geworden: Gespickt mit cineastischen Querverweisen, rhetorisch brillanten Dialogen, derben Gewaltexzessen und einer ganzen Riege von Charakterdarstellern (Kurt Russell, Tim Roth, Sam Jackson), die man längst aus dem Tarantino-Universum kennt. Dazu hat der Filmemacher, der im Original zwischendurch als Erzähler aus dem Off agiert, das seit Jahrzehnten nicht mehr verwendete Superbreitwandformat „Ultra Panavison 70“ wieder ausgegraben, das die schneeverhangenen Bilder des ausgewiesenen Kamera-Experten Robert Richardson noch bombastischer aussehen lässt. Als Sahnehäubchen konnte Tarantino noch den fast neunzigjährigen legendären Komponisten Ennio Morricone verpflichten, der mit seinem kolossalen Score an Italo-Western-Glanzzeiten anknüpfen kann und dieses Jahr erstmalig den Oscar mit nach Hause nehmen durfte.

In einigen ausgewählten Kinos lief The Hateful 8 in einer spektakulären 70 mm-Version. Den Effekt dieser epischen Bilderwucht kann die Blu-ray im breiten 2,76:1-Format nicht reproduzieren, trotzdem ist der Transfer mit rassiermesserscharfen Details und natürlicher Farbegebung nicht zu verachten. Das Bonusmaterial mit einem kurzen Blick hinter die Kulissen und einem Beitrag zum ungewöhnlichen Bildformat ist dagegen eine Enttäuschung. Da schaut man neidisch auf ältere Veröffentlichungen Tarantinos, bei denen man sich vor dem großzügigen Angebot an Extras kaum retten konnte.

 

 

Marcs Filmwertung

Western-Kammerspiel à la Tarantino, gespickt mit cineastischen Querverweisen, brillanten Dialogen, derben Gewaltexzessen und fantastischen Schauspielern.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
Beste Serie aller Zeiten: The Wire

Alle Reviews anschauen

Leserwertung

Eure Leserwertung:
[Gesamt:4    Durchschnitt: 4.5/5]

Trailer

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Klick auf das Video-Vorschaubild stellt eine Verbindung zu YouTube her und setzt YouTube-Cookies auf Deinem Rechner. (Weitere Datenschutzinfos.)

Cast & Crew

Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb Universum Film kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
Share This Post On

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.