Zeiten des Aufruhrs

© Paramount Home Entertainment

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Zeiten des Aufruhrs

Revolutionary Road

USA 2008

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 114 Min.

Studio: DreamWorks SKG | BBC Films

Vertrieb: Paramount Home Entertainment

Filmzine-Review vom 09.06.2009

Connecticut, 1955. April und Frank Wheeler (Leonardo DiCaprio und Kate Winslet) fühlen sich in ihrem idyllischen Vorort nicht so richtig wohl. Frank ist unzufrieden mit seinem Job, April langweilt sich in der Rolle als Hausfrau und Mutter. Beide wollen mehr vom Leben, und so beschließen sie, nach Paris zu ziehen und sich dort selbst zu verwirklichen – ein Vorhaben, dass bei Bekannten und Kollegen auf spöttisches Unverständnis stößt. Doch dann bekommt Frank Aussicht auf eine Beförderung und April wird zum dritten Mal schwanger – sind ihre Pläne gefährdet…?

Sam Mendes (American Beauty) castete seine Ehefrau Kate Winslet für die Hauptrolle der zielstrebigen Frau, die allen Widrigkeiten zum Trotz ihre Träume verwirklichen will – und am Ende vor einem Scherbenhaufen steht. Und tatsächlich hätte er wohl kaum eine bessere Besetzung für die 50er-Jahre-Szenerie aus Zigaretten, grauen Anzügen und Langeweile finden können. Gleichzeitig ist Kate nach 11 Jahren wieder mit Titanic-Traumpartner und inzwischen bestem Freund Leo DiCaprio auf der Leinwand vereint. Zeiten des Aufruhrs bietet so viele interessante Aspekte und unglaublich viele Nuancen zu entdecken. Da ist zum einen die Frage der Motivation des Wunsches nach Veränderung – denn konkrete Pläne gibt es eigentlich nicht, es ist eher die nüchterne Erkenntnis, dass Heirat, Arbeit, Kinder und Eigenheim nicht automatisch das Glück auf Erden bedeuten, und der gleichermaßen egoistische wie naive Wunsch Aprils aus allem auszubrechen. Auch die Kinder spielen eine interessante Rolle – nämlich gar keine. Sie sind Randfiguren, die weder von ihren Eltern noch vom Zuschauer richtig wahrgenommen werden. Und dann ist da der geistig angeschlagene Sohn John (Michael Shannon) der Immobilienmaklerin Helen (Kathy Bates), der die Fassade der Wheelers messerscharf durchschaut und sie hemmungslos durch den Schmutz zieht – doch so unangenehm seine Auftritte sind, er scheint als einziger die Situation richtig erfasst zu haben. Das Ende wirft Fragen auf, zeigt aber den Mut, die Entschlossenheit und die Verzweiflung Aprils auf erschütternde Weise. Ein Genuss wiederum sind die sprachlich auffallend schönen Dialoge der Romanvorlage von Richard Yates, die im Drehbuch angemessen umgesetzt wurden.

Der Audiokommentar, den Sam Mendes zusammen mit dem Drehbuchautoren bestreitet, ist gespickt mit interessanten Infos zu Überlegungen, Abwägungen und Entscheidungen – gleiches gilt für das rund halbstündige Making of.

 

Ninas Filmwertung

Vielschichtiges, intensives und meisterhaft inszeniertes Drama über einen geplatzten amerikanischen Traum.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb Paramount Home Entertainment kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
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