1900

© Concorde Home Entertainment

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1900

Novecento

Italien | Frankreich | D 1976

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 315 Min.

Studio: PEA Produzioni Europee Associate-Rome

Vertrieb: Concorde Home Entertainment

Filmzine-Review vom 05.07.2013

Italien im Jahr 1901: Auf einem Landgut in der Emila-Romagna werden am selben Tag zwei Kinder geboren: Alfredo, Enkel des Padrone Alfredo Berlinghieri (Burt Lancaster) sowie der vaterlose Bauernjunge Olmo Dalco, Enkel des Arbeiters Leo (Sterling Hayden). Die beiden werden gute Freunde, auch wenn sie in unterschiedlichen Klassensystemen aufwachsen. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs verschärfen sich die Konflikte: Währed Olmo (Gerard Depardieu) immer tiefer in den Klassenkampf hineingezogen wird, genießt Alfredo (Robert De Niro) das unbeschwerte Leben in vollen Zügen und verliebt sich in den Freigeist Ada (Dominique Sanda)…

1900 – Novecento – nicht nur der Titel klingt episch, auch die Gesamtlänge von über 5 Stunden spricht Bände. Bertoluccis Aufarbeitung der italienischen Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist ein kolossaler Berg von einem Film. Bei der Premiere hatte es 1900 allerdings alles andere als leicht: Da drei amerikanische Co-Produktionsfirmen die Länge des Films als unzumutbar einschätzten, wurde für den US-Markt eine viereinhalbstündige Fassung angefertigt. In Europa hat man das Werk derweil einfach geteilt, so lief zunächst 1900 – Gewalt, Macht, Leidenschaft und dann 1900 – Kampf, Liebe, Hoffnung. Von seiner imposanten Kraft hat der Film im Laufe der Zeit nichts verloren. Themen wie Klassenkampf, Bauernaufstände, Faschismus und Befreiung vermengt Bertolucci zu einem prachtvollen Sittengemälde, eingerahmt von famosen Bildern (Kamera: Vittorio Storaro) und begleitet von einer der schönsten Filmmusiken von Ennio Morricone. Ein junger, äußerst vitaler (und schlanker) Gerard Depardieu und Robert De Niro auf dem Höhepunkt seines Könnens überragen in den Hauptrollen, aber auch Nebendarsteller wie Burt Lancaster und ganz besonders Donald Sutherland als sadistischer Gutsverwalter Attila setzen weitere Glanzpunkte. Die teilweise drastischen Bildern in Sachen Gewaltdarstellung und einige freizügige Sexszenen sorgten ursprünglich für eine FSK 18-Einstufung, die erst vor kurzem in eine 16er-Freigabe umgewandelt wurde. Oscars gab’s übrigens keine, die kassierte Bertolucci dann eine Dekade später für den ähnlich aufwändigen Letzten Kaiser.

Angesichts der Tatsache, dass bei der HD-Premiere dieses Klassikers über 5 Stunden Film das Datenvolumen einer BD-25 wahrscheinlich gut ausfüllen, ist die Bildqualität durchaus annehmbar ausgefallen. Kleinere Verschmutzungen lassen sich nicht von der Hand weisen, insgesamt ist der Transfer aber um Welten besser als die DVD. Extras werden mit Ausnahme des Original-Trailers leider nicht angeboten.

 

Marcs Filmwertung

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
Beste Serie aller Zeiten: The Wire

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Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb Concorde Home Entertainment kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
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