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A Beautiful Day

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A Beautiful Day

You Were Never Really Here

USA / Großbritannien / Frankreich 2017

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 90 Min.

Vertrieb: Constantin Film / Highlight Communications

Filmzine-Review vom 20.09.2018

Ex-Marine und Ex-FBI-Agent Joe (Joaquin Phoenix) kümmert sich in New York um seine Mutter (Judith Roberts). Schwer traumatisiert von seiner eigenen Vergangenheit ist Joe an den Rand der Gesellschaft gerutscht. Seinen Lebensunterhalt bestreitet er mit hoch riskanten Missionen: Er wird über einen Mittelsmann (John Doman) von Eltern engagiert, deren Kinder in Bordelle verschleppt wurden. Bei seinen Befreiungsaktionen sorgt er für die sichere Rückkehr der Mädchen und verpasst den Tätern in der Regel eine schmerzhafte Lektion. Sein neuester Auftrag führt ihn zu der Tochter (Ekaterina Samsonov) eines hochrangigen Senators…

Der Plot zu diesem intensiven Rache-Thriller, basierend auf der Erzählung „You Were Never Really Here“ von Jonathan Ames, klingt nach einer x-beliebigen Ein Mann sieht rot-Variante. Doch A Beautiful Day, der erst vierte Film der preisgekrönten schottischen Regisseurin Lynne Ramsey (We Need to Talk about Kevin) interessiert sich herzlich wenig für oberflächlichen Thrill oder Actionelemente, wer also 96 Hours – Teil 39 mit einen unbezwingbaren Liam Neeson erwartet, wird sich vermutlich langweilen. Im Mittelpunkt steht ein Psychogramm einer traumatisierten und von inneren Dämonen geplagten Seele: Gleich in der ersten Szene stülpt Joe sich einen Plastiksack über den Kopf und simuliert seinen Erstickungstod. Wie er zu diesem menschlichen Wrack auf der Suche nach Empfindungen geworden ist, verdeutlichen schwer erträgliche Erinnerungen aus seiner Kindheit sowie Erlebnisse eines Kriegseinsatzes. Mit diesem eindringlichen Portrait zeigt Joaquin Phoenix, der in Cannes den Preis für die beste Hauptrolle entgegennehmen konnte, dass er zu den besten und interessantesten Schauspieler seiner Generation gehört. Phoenix mag sicherlich die Hauptattraktion von A Beautiful Day sein, doch auch Filmemacherin Lynne Ramsey drückt diesem legitimen Taxi Driver-Nachfolger mit ihrer eigenwilligen Inszenierung (mit einer Vielzahl von Close-Ups und einer fast schon surrealen Atmosphäre) ihren ganz persönlichen Stempel auf. Für die adäquate schräge Geräuschkulisse sorgt Radioheads Soundtüftler Johnny Greenwood.

 

Blu-ray Extras:

    • Interview mit Joaquin Phoenix (9 min)
    • Interview mit Lynne Ramsay (8 min)
    • Original Trailer & dt. Trailer zum Film
    • Trailer zu 7 weiteren Titeln
    • Wendecover

 

Marcs Filmwertung

Verstörendes, fast schon alptraumhaftes Rache-Drama mit einem herausragenden Joaquin Phoenix in der Hauptrolle.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
Beste Serie aller Zeiten: The Wire

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Leserwertung

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[Gesamt:3    Durchschnitt: 4.3/5]

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