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Cobra Kai

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Cobra Kai – Staffel 1

USA 2018

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 285 Min.

Vertrieb: Euro Video

Filmzine-Review vom 10.01.2021

 

Karate Kid von Rocky-Regisseur John G. Avilsden war 1984 einer der größten Überraschungshits des Jahres. Längst gehört der Streifen um den schmächtigen High School-Außenseiter Daniel LaRusso (Ralph Macchio), der von dem weisen und unorthodoxen Hausmeister Mister Miyagi (Pat Morita) in die Karate-Kampfkunst eingeführt wird und am Ende mit dem legendären Kranich-Kick seinen Rivalen Johnny Lawrence (William Zabka) von den bösen Cobra Kais auf die Bretter schickt, unumstritten zu den Kultfilmen des Jahrzehnts. Es gab mehrere schlappe Fortsetzungen und vor zehn Jahren nochmal ein lauwarmes Update mit Will Smith-Sohnemann Jaden (und Jackie Chan), doch eigentlich war das Thema längst durch. Dann entschloss sich der Bezahl-Service YouTube Red 2018, die Handlung in Serienform mit den Originaldarstellern fortzuführen. Cobra Kai schlug ein wie eine Bombe und wurde nach der zweiten Staffel von Netflix aufgekauft. Die Serie ist dermaßen erfolgreich, dass uns jetzt sogar eine längst überfällige Heimkinoveröffentlichung ins Haus steht. Der Clou: Cobra Kai spinnt die ursprüngliche Geschichte 35 Jahre später mehr oder weniger mit umgekehrten Vorzeichen weiter.

Der damalige Unsympath und Bösewicht Johnny Lawrence (William Zabka), verliert seinen letzten Aushilfsjob und steht vor einem Scherbenhaufen. Johnny setzt alles auf eine Karte und eröffnet das berühmt-berüchtigte Cobra Kai Karate Dojo, natürlich mit dem brachialen Motto „Strike first, strike hard, no mercy“ von einst. Sein einziger Schüler ist vorerst Außenseiter Miguel (Xolo Maridueña), dessen Aussehen und Werdegang frappierend an den jungen Daniel von 1984 erinnert. Dieser (Ralph Macchio) hingegen ist auf der Erfolgsleiter steil nach oben geklettert und lässt es sich als Inhaber des erfolgreichsten Autohauses im Valley zusammen mit Ehefrau Amanda (Courtney Henggeler), Teenie-Tochter Samantha (Mary Mouser) und Sohn gut gehen. Als er von den Plänen seines alten Rivalen erfährt, versucht er, die Wiederöffnung von Cobra Kai mit aller Macht zu verhindern.

Neben den vielen Originaldarstellern (mit Ausnahme des 2005 verstorbenen Pat Morita) – u.a. mischt sogar der verhasste Ur-Cobra Kai-Sensei John Kreese (Martin Kove) wieder mit – gefallen mit wenigen Ausnahmen (Tanner Buchanan als Johnnys Sohn Robby) auch die neuen jugendlichen Karate Kids, wenngleich William Zabka, der immer noch fest in den 80ern verankert ist, und Ralph Macchio eindeutig im Mittelpunkt stehen. Clever eingestreute Rückblenden und Anspielungen sorgen fast durchgehend für einen hohen Nostalgie-Faktor, der glücklichweise so gut wie nie ins Süßlich-Klebrige abdriftet.

Wer die Serie von Netflix schon kennt, dürfte sich bei der Blu-ray von Nameless Media über eine andere dt. Synchronfassung wundern, wobei echte Fans natürlich die Originalversion vorziehen sollten. Als kleines Schmankerl werden drei kürzere Featurettes angeboten, u.a. eine Drehbuch-Lesung mit Ralph Macchio und seiner Serientochter sowie ein Beitrag zum Soundtrack.

 

Folgen:

    1. Verwahrlostes Ass
    2. Als Erster angreifen
    3. Esqueleto
    4. Cobra Kai stirbt nie
    5. Gegengewicht
    6. Beben
    7. All Valley
    8. Die Häutung
    9. Anders, aber genauso
    10. Gnade

Blu-ray Extras:

    • 2 entfallene Szenen (3 min)
    • Drehbuch-Lesung des Casts (5 min)
    • Ausflug in die musikalische Identität des Cobra Kai und des Miyagi-Do (5 min)
    • Dt. Trailer
    • Wendecover

 

Marcs Filmwertung

Karate Kid als Feel-Good-Serienhit mit cleverem Update der alten Rollenbilder und einer Extraportion 80er-Jahre-Charme.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
Beste Serie aller Zeiten: The Wire

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