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Cobra Kai – Staffel 2

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Cobra Kai – Staffel 2

USA 2019

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 300 Min.

Vertrieb: Euro Video

Filmzine-Review vom 14.01.2021

 

Karate Kid von Rocky-Regisseur John G. Avilsden war 1984 einer der größten Überraschungshits des Jahres. Längst gehört der Streifen um den schmächtigen High School-Außenseiter Daniel LaRusso (Ralph Macchio), der von dem weisen und unorthodoxen Hausmeister Mister Miyagi (Pat Morita) in die Karate-Kampfkunst eingeführt wird und am Ende mit dem legendären Kranich-Kick seinen Rivalen Johnny Lawrence (William Zabka) von den bösen Cobra Kais auf die Bretter schickt, unumstritten zu den Kultfilmen des Jahrzehnts. Es gab mehrere schlappe Fortsetzungen und vor zehn Jahren nochmal ein lauwarmes Update mit Will Smith-Sohnemann Jaden (und Jackie Chan), doch eigentlich war das Thema längst durch. Dann entschloss sich der Bezahl-Service YouTube Red 2018, die Handlung in Serienform mit den Originaldarstellern fortzuführen. Cobra Kai schlug ein wie eine Bombe und wurde nach der zweiten Staffel von Netflix aufgekauft. Die Serie ist dermaßen erfolgreich, dass uns jetzt sogar eine längst überfällige Heimkinoveröffentlichung ins Haus steht. Der Clou: Cobra Kai spinnt die ursprüngliche Geschichte 35 Jahre später mehr oder weniger mit umgekehrten Vorzeichen weiter.

Nachdem Johnnys Vorzeigeschüler Miguel (Xolo Maridueña) in der letzten Folge der ersten Staffel mit fragwürdigen Mitteln tatsächlich die „All Valley Championships“ gewonnen hat, entschließt sich Daniel Cobra Kai die Stirn zu bieten. Mit nur zwei Schülern, seiner Tochter Amanda und Johnnys verlorenem Sohn Robbie, eröffnet er seinen eigenen Karate-Tempel „Miyagi-Do“. Auf der Suche nach neuen Schützlingen muss er schnell feststellen, dass seine eigenwilligen, spirituellen Methoden anscheinend nicht so gut ankommen, auch wenn er schließlich eine kleine Gruppe von Außenseitern und Geeks rekrutieren kann. Zwischen den beiden Dojos entwickelt sich eine Rivalität, die am ersten Schultag in einer handfesten Massenschlägerei zwischen den Miyagi-Do-Underdogs und den rabiaten Cobra-Kai-Kämpfern mündet.

Neben den vielen Originaldarstellern (mit Ausnahme des 2005 verstorbenen Pat Morita) – u.a. mischt sogar der verhasste Ur-Cobra Kai-Sensei John Kreese (Martin Kove) wieder mit – gefallen mit wenigen Ausnahmen (Tanner Buchanan als Johnnys Sohn Robby) auch die neuen jugendlichen Karate Kids, wenngleich William Zabka, der immer noch fest in den 80ern verankert ist, und Ralph Macchio eindeutig im Mittelpunkt stehen. Clever eingestreute Rückblenden und Anspielungen sorgen fast durchgehend für einen hohen Nostalgie-Faktor, der glücklichweise so gut wie nie ins Süßlich-Klebrige abdriftet. Für einen erhöhten Spaßfaktor in der zweiten Staffel sorgt Cobra Kai-Neuzugang Paul Walter Hauser (der im letzten Clint Eastwoodfilm Richard Jewell die Hauptrolle gespielt hat) als drolliger, viel zu alter Sidekick mit dem schönen Kampfnamen Stingray.

Wer die Serie von Netflix schon kennt, dürfte sich bei der Blu-ray von Nameless Media über eine andere dt. Synchronfassung wundern, wobei echte Fans natürlich die Originalversion vorziehen sollten. Auch Staffel 2 hat weder einige kurze Extras im Gepäck, u.a. ein amüsantes Gag Reel, einige kurze deleted scenes sowie einen Beitrag zur Kampf-Choreo.

 

Folgen:

    1. Gnade, Teil 2
    2. Zurück im Spiel
    3. Feuer und Eis
    4. Der Augenblick der Wahrheit
    5. Aufs Ganze gehen
    6. Nimm es dir
    7. Zwischenspiel
    8. Die Macht der Liebe
    9. Die Krake
    10. Keine Gnade

Blu-ray Extras:

    • 4 entfallene Szenen (4 min)
    • Gag Reel (9 min)
    • Fists and Fury: Die Kampf-Choreographie (7 min)
    • Stingray Reel (3 min)
    • Making Faces (1 min)
    • Wendecover

 

Marcs Filmwertung

Karate Kid als Feel-Good-Serienhit mit cleverem Update der alten Rollenbilder und einer Extraportion 80er-Jahre-Charme.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
Beste Serie aller Zeiten: The Wire

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