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Das Mädchen mit den goldenen Händen

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Das Mädchen mit den goldenen Händen

D 2021

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 107 Min.

Vertrieb: EuroVideo Medien GmbH

Filmzine-Review vom 18.09.2022

1999 irgendwo in der ostdeutschen Provinz: Gudrun (Corinna Harfouch) richtet ihren 60. Geburtstag in einem verfallenen Anwesen aus, das zu DDR-Zeiten ein Kinderheim war, in dem sie damals aufwuchs. Sie hängt an dem alten Gemäuer und will es als Gemeindezentrum erhalten. Ausgerechnet an ihrem Geburtstag erfährt sie, dass der Bürgermeister, zu dem sie eigentlich einen guten Draht hat, es soeben an eine Hotelgesellschaft verkauft hat. Sie fühlt sich hintergangen und setzt alle Hebel in Bewegung, um ihr Stück Kindheit zu retten. Währenddessen macht sich ihre aus Berlin angereiste Tochter Lara auf die Suche nach ihrem leiblichen Vater, von dem ihre Mutter sich weigert zu sprechen…

Der Ensemblefilm Das Mädchen mit den goldenen Händen knöpft sich gleich mehrere Themen vor: Neben dem 10 Jahre nach der Wende noch sehr tiefen Graben zwischen Ost und West und den Existenzängsten und Identitätszweifeln der ostdeutschen Bevölkerung erzählt das Drama auch die Geschichte einer komplizierten Mutter-Tochter-Beziehung. Schon zu Beginn wird deutlich, wie der Hase läuft, als Tochter Lara ihre liebevolle Rede, die sie bei der Geburstagsfeier halten will, der Mutter zur Durchsicht vorlegen muss, die kurzerhand alle Sentimentalitäten streicht und durch ein paar belanglose Floskeln ersetzt. Gudrun ist nicht nur keine einfache Mutter, sie ist auch generell eine überaus starrköpfige Frau, die im Kinderheim offenbar zu wenig Sozialkompetenz entwickeln konnte. So stößt sie die Menschen in ihrem Umfeld immer wieder bewusst und unbewusst vor den Kopf, um ihren Willen durchzusetzen. Das macht sie für das Publikum nicht gerade zur Sympathiefigur. Regisseurin Katharina Marie Schubert inszeniert das Charakterdrama eher sperrig und lässt vieles ungeklärt. Das Mädchen mit den goldenen Händen ist demnach keine leicht zugängliche Kost für ein Massenpublikum. Liebhaber deutscher Ensemblefilme dürften hier dank der wie immer souverän agierenden Corinna Harfouch jedoch richtig liegen.

 

Blu-ray Extras:

    • Trailer zum Film
    • Trailer zu 2 weiteren Titeln
    • Wendecover

 

Ninas Filmwertung

Fein beobachtetes, stark besetztes, aber nicht immer einfaches Nachwendedrama, das bewusst einige Fragen offen lässt.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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