Die durch die Hölle gehen

© Weltkino Filmverleih

Die durch die Hölle gehen (Digital Restauriert)

The Deer Hunter

USA 1978

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 183 Min.

Studio: Universal Pictures

Vertrieb: Universum Film

Filmzine-Review vom 10.12.2019

USA 1968. Drei Freunde, die allesamt in einem Stahlwerk in Pennsylvania arbeiten, werden nach Vietnam einberufen. Bevor sie in den Krieg ziehen, heiratet Steven (John Savage) noch seine Jugendliebe (Meryl Streep) und geht mit Michael (Robert De Niro) und Nick (Christopher Walken) ein letztes Mal auf die Jagd. Szenenwechsel Vietnam: Dort geraten die drei in Kriegsgefangenschaft und werden von den Vietcong gefoltert…

In den späten Siebzigern galt Michael Cimino als Wunderkind des neuen amerikanischen Kinos: sein mit 5 Oscars prämiertes (und in Europa immer noch umstrittenes) Vietnamepos Die durch die Hölle gehen zählt zu den Schlüsselfilmen dieser Dekade. Erstaunlicherweise spielt nur ein Drittel des 180-Minuten-Epos in Vietnam. Doch gerade diese Bilder gehören zu den eindringlichsten, die man bis dato in einem Anti-Kriegsfilm gesehen hat. Ein großes Maß seiner fast schon körperlichen Wirkung verdankt der Film in erster Linie einer Reihe von unvergesslichen Szenen, allen voran natürlich die berühmte „Russisches Roulette“-Sequenz. Nicht minder legendär ist der detailbesessene, auf Authentizität zielende Stil des Regisseurs, der sich schon in der langen ausschweifenden Hochzeitsfeier während der ersten 40 (!) Minuten andeutet. Schauspielerisch ist Die durch die Hölle gehen unantastbar: De Niro liefert als seelisch gebrochener Kriegsheimkehrer eine beindruckende Performance, hinter der sich Christopher Walken und John Savage aber nicht verstecken müssen. In Nebenrollen trumpfen außerdem der nach den Dreharbeiten verstorbene John Cazale und die debütierende Meryl Streep groß auf. Ciminos Karriere währte nicht lange: Nachdem er 1980 bei der Produktion von Heaven ’s Gate ein Filmstudio (United Artists) in den Bankrott trieb, konnte er später nur kleine Achtungserfolge feiern. 2016 verstarb das einstige Regie-Wunderkind im Alter von 76 Jahren.

Die Blu-ray-Neuauflage des ewig jungen Klassikers macht im Vergleich zum Vorgänger in technischer Hinsicht dank aufwändiger Restaurierung einen Quantensprung. Nur darf natürlich die Frage erlaubt sein, warum der Titel nicht auch direkt im 4K UHD-Format (wie unlängst Apocalypse Now) auf den Markt gebracht wird. Die durchweg hervorragenden Extras wurden zum Teil von älteren Versionen übernommen. Neu dabei ist u.a. ein sehenswertes Interview mit dem britischen Filmkritiker und Autor David Thomson.

 

Blu-ray Extras:

    • Audiokommentar mit Regisseur Michael Cimino
    • Audiokommentar mit Kameramann Vilmos Zsigmond & Journalist Bob Fischer
    • Die Realisation von „Die durch die Hölle gehen“ (24 min)
    • Die Dreharbeiten von „Die durch die Hölle gehen“ (16 min)
    • Das Schauspiel von „Die durch die Hölle gehen“ (16 min)
    • Interview mit Filmkritiker David Thomson (24 min)
    • Michael Ciminos Southbank Show Interview von 1979 (18 min)
    • Deleted und Extended Scenes
    • Trailer zu „Der Hauptmann“
    • Wendecover

 

Marcs Filmwertung

Episches Vietnamdrama in stark verbesserter Bild- und Tonqualität – mindestens auf gleicher Höhe mit Coppolas Apocalypse Now.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
Beste Serie aller Zeiten: The Wire

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