© Bildmaterial Capelight Pictures

Die Frau des Nobelpreisträgers

© Capelight Pictures

Die Frau des Nobelpreisträgers

The Wife

USA 2017

FSK: ab 6 Jahren

Länge: ca. 111 Min.

Vertrieb: Capelight Pictures

Filmzine-Review vom 06.05.2019

In den frühen Morgenstunden erhält Schriftsteller Joe Castleman (Jonathan Pryce) den ersehnten Anruf aus Stockholm: er hat tatsächlich den Literatur-Nobelpreis gewonnen. Ehefrau Joan (Glenn Close), die einst ihre eigene Karriere aufgab, um ihren Mann zu unterstützen, scheint sich nicht ganz aufrichtig zu freuen. Gemeinsam reist das Ehepaar zur Preisverleihung nach Schweden, wo die Stimmung allmählich kippt…

Joan Castleman ist die sprichwörtliche starke Frau, die der gönnerhaften Weisheit zufolge hinter jedem erfolgreichen Mann steht. In dieser Rolle hat sie gelernt, sich unterzuordnen, die kleinen Erniedrigungen über sich ergehen zu lassen, die sich im Stockholmer  Rampenlicht merklich häufen. Mit eiserner Miene sieht sie zu, wie sich ihr Mann in all der Aufmerksamkeit aalt, während man ihr einen Shopping-Trip und ein paar Wellness-Behandlungen empfiehlt. Und das kann Glenn Close gut – eisern und eisig gucken, so dass es einen fröstelt, und gleichzeitig als gehörnte Ehefrau eine kultivierte Überlegenheit an den Tag legen, die ihren Filmehemann als jämmerliche Wurst neben ihr verblassen lässt – mal ganz abgesehen davon, dass sie Pryce ohnehin locker an die Wand spielt. Christian Slater, der mitgereiste Journalist, der zu gern eine Biografie über Castlemann schreiben würde und den beiden immer wieder auf die Pelle rückt, gelingt es dann doch irgendwann, Joan abzufangen und ein bisschen im Wespennest herumzustochern. Doch Joan hat schon vorher beschlossen, dass sie die Faxen dicke hat und endlich reinen Tisch machen will. Die Konfrontation ist unausweichlich und hässlich, doch Joan holt damit einen längst überfälligen Emanzipationsschritt nach.

Für die Verfilmung des Bestsellers „The Wife“ von Meg Wolitzer musste noch ein wenig dicker aufgetragen werden, darum wurde aus einem drittklassigen finnischen Literaturpreis dann der Nobelpreis und die irgendwie überflüssige Rolle des griesgrämigen Sohns wurde hinzugedichtet. Das und noch einiges mehr erfährt man in der Bonussektion, die sich aus Interviews und einem kurzen Blick hinter die Kulissen zusammensetzt.

 

Blu-ray Extras:

    • Interviews mit Cast & Crew (31 min)
    • Hinter den Kulissen (4 min)
    • Trailer zum Film
    • Trailer zu 4 weiteren Titeln
    • Wendecover

 

Ninas Filmwertung

Bewegendes Ehedrama, für das Glenn Close zurecht den Golden Globe gewann.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

Alle Reviews anschauen

Leserwertung

Eure Leserwertung:
[Gesamt:3    Durchschnitt: 4.3/5]

Trailer

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Cast & Crew

Share This Post On

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.