Die geliebten Schwestern

Die geliebten Schwestern | © universum film

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Die geliebten Schwestern

Deutschland | Österreich | Schweiz 2014

FSK: ab 6 Jahren

Länge: ca. 139 min. (Director’s Cut 171 min.)

Studio: Bavaria Filmverleih- und Produktions GmbH

Vertrieb: Senator Home Entertainment | universum film

Filmzine-Review vom 27.04.2015

Die Schwestern Charlotte von Lengefeld (Henriette Confurius) und Caroline von Beulwitz (Hannah Herzsprung) haben sich geschworen, alles im Leben zu teilen. Als sie den Dichter Friedrich Schiller (Florian Stetter) kennenlernen, teilen sie auch die Liebe zu ihm und beginnen eine ebenso romantische wie prekäre Ménage à trois…

Die geliebten Schwestern erzählt eine Liebesgeschichte, wie sie gewesen sein könnte. Alle drei Protagonisten hat es wirklich gegeben und über Friedrich Schiller wissen wir vermutlich mehr als über viele andere. Dennoch sind zahlreiche Dokumente aus der Zeit verloren gegangen oder ganz bewusst vernichtet worden, weshalb Regisseur Dominik Graf letzten Endes nur vermuten konnte, wie sich die ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen Schiller und den Lengefeld-Schwestern im Detail tatsächlich zugetragen hat.

Wie der Titel schon sagt, legt Die geliebten Schwestern den Fokus dabei weniger auf die historische Person Schillers als auf die Dreiecksbeziehung und vor allem die Beziehung der Schwestern zueinander. Wer deshalb mehr über Schiller als Dichter, über seine Schreib-Obsession, seinen Einfluss auf den politischen Diskurs der Zeit oder sein Verhältnis zum Dichterkollegen Goethe erfahren möchte, wird enttäuscht sein, diese Themen kommen nur ganz am Rande vor.

Was man als Zuschauer in den knappen 3 Stunden des Director’s Cut (die Kinofassung spart eine halbe Stunde ein) zu sehen bekommt, sind tolle Kostüme, wunderschöne Bilder aus dem 18. Jahrhundert, beeindruckende Schauspielleistungen und vor allem viele Emotionen. Dabei läuft Hannah Herzsprung mit ihrer Darstellung der unglücklich verheirateten Caroline von Beulwitz ihren Kollegen mit Leichtigkeit den Rang ab, sowohl Florian Stetter als auch Henriette Confurius bleiben im direkten Vergleich deutlich konturenloser. Die Dialoge sind dem Setting angemessen aus heutiger Sicht eher steif – das passt wunderbar und wirkt nur in seltenen Momenten ein wenig aufgesetzt. Irritierender sind dagegen die Erzählerpassagen, die einem am Anfang beinahe das Gefühl geben, man sei versehentlich im Audiokommentar gelandet…

Die Blu-ray enthält neben der schon nicht kurzen Kinofassung auch den dreißig Minuten längeren Director’s Cut sowie ein 20-minütiges Making Of. Für die Kinofassung ist außerdem eine Audiodeskription vorhanden. Etwas irritierend ist die Menüführung der Blu-ray: Den angekündigten Audiokommentar findet man nämlich nur, wenn man den Director’s Cut startet und dann in die Audioeinstellungen geht. Wer vor Start des Films danach sucht, sucht vergeblich…

 

Katjas Filmwertung

Emotionale Reise ins 18. Jahrhundert: Aufwendig erzähltes Drama über eine historische Ménage à trois…

Katja

Katja

Originalton-Verfechterin, Fantasy- und Serien-Fan. Schaut gerne spanische und französische Filme, um den Kopf ein-, sowie auch mal Bollywood und gute RomComs, um ihn auszuschalten.

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