Freedom Writers

© Paramount Home Entertainment

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Freedom Writers

USA 2006

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 118 Min.

Studio: MTV Productions | Paramount Pictures

Vertrieb: Paramount Home Entertainment

Filmzine-Review vom 19.08.2007

Los Angeles in den 90ern zur Zeit der Rassenunruhen. Die junge engagierte Lehrerin Erin Gruwell (Hilary Swank) tritt ihre erste Stelle an der Woodrow Wilson High School in Long Beach an. Das Integrationsprogramm hat viele der weißen Schüler verdrängt, zwischen den ethnischen Minderheiten der Latinos, Asiaten und Schwarzen herrschen große Spannungen. Mit unkonventionellen, interaktiven Unterrichtsmethoden versucht Gruwell die Wogen zu glätten. Sie verteilt Tagebücher an ihre Schüler, in denen sie sich ihre Verbitterung, ihre Ängste und Sorgen von der Seele schreiben können…

Die zunächst etwas abgelutscht klingende Story verleitet zu Vergleichen mit Dangerous Minds oder Stand and Deliver, allerdings basiert Freedom Writers auf dem gleichnamigen Bestseller, einer Sammlung der Tagebücher der Klasse von Ms. Gruwell, und ist somit ein weiterer Vertreter der Reihe „Nach einer wahren Begebenheit“. Dass Richard LaGravenese, Drebuchautor von Die Brücken am Fluss und Der Pferdeflüsterer, einen Hang zum Emotionskino hat, lässt sich wohl kaum leugnen. Bei Freedom Writers übernimmt er zudem noch die Regie und erfindet dabei das Rad zwar nicht neu, lässt sich aber trotz einer ordentlichen Portion Pathos nicht zu übermäßigen Klischeefiguren hinreißen. Gezielt werden ein paar interessante Charaktere unter den Schülern mit besonders erschütternden Lebensgeschichten herausgegriffen. Anstatt die Ehekrise von Ms. Gruwell und die beiden Nebenjobs, mit denen sie ihren Schülern Bücher und Ausflüge finanziert, dramaturgisch auszuschlachten, konzentriert sich der Film auf die Jugendlichen und zeigt, was aus der Klasse herauszuholen ist, wenn man ihnen nur etwas Unterstützung und Respekt entgegenbringt. Freedom Writers hat zahlreiche bewegende Momente wie z.B. der Ausflug zum Holocaust-Museum, das Treffen mit Überlebenden des Holocaust und die bewundernswerte Aktion der Schüler, Geld für einen Besuch von Miep Gies aus Amsterdam aufzubringen, der Frau, die die Familie von Anne Frank im Hinterhaus versteckt hielt. Dass letztendlich alle 150 Schützlinge von Ms. Gruwell ihren High-School-Abschluss schaffen, dürfte dann wohl auch den letzten Skeptiker überzeugt haben.

Die entfallenen Szenen sind einen Blick wert, in ihrem Audiokommentar erzählen Hilary Swank und der Regisseur auch über ihre eigenen High-School-Erlebnisse und kommen nach einer etwas schweigsamen Anlaufphase richtig in Fahrt. Schade, dass man für das Hintergrundfeature „Die Geschichte hinter der Geschichte“ nicht ein paar der echten Freedom Writers auftreiben konnte, lediglich Ms. Gruwell kommt kurz zu Wort. Bild- und Tonwerte liegen durchweg im guten Bereich, vor allem der gut ausgesuchte Hip-Hop-Score mit Songs der 90er kommt gut zur Geltung.

 

Ninas Filmwertung

Bewegendes und nicht gekünsteltes Lehrer-Schüler-Drama, wenn auch gelegentlich mit Druck auf die Tränendrüse.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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Cast & Crew

Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb Paramount Home Entertainment kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
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