Ginger Snaps – Das Biest In Dir

© Concorde Home Entertainment

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Ginger Snaps – Das Biest In Dir

Kanada 2000

FSK: ab 18 Jahren

Länge: ca. 104 Min.

Studio: Lion’s Gate Films

Vertrieb: Concorde Home Entertainment

Filmzine-Review vom 08.03.2003

In einer tristen kanadischen Kleinstadt gehören die unzertrennlichen Teenager-Geschwister Ginger (Katharine Isabelle) und Emily (Emily Perkins) zu den Außenseitern. Ihre dunkle Seite zeigt sich bei einem Schulprojekt, bei dem die beiden abstruse Selbstmord-Arten nachspielen und per Foto festhalten. Nachdem Ginger eines Tages nur knapp den Angriff einer wolfsartigen Bestie überlebt, muss sie an ihrem Körper seltsame Veränderungen feststellen…

In dem kanadischen Low-Budget Horrorstreifen Ginger Snaps wird das Leitmotiv der klassischen Transformation zum Werwolf als Metapher für das Erwachsenwerden der jungen Ginger verwendet. Klingt zunächst absurd, ist es aber nicht: Haare sprießen, Körperformen verändern sich, fleischliche Gelüste werden geweckt. Pubertäts-Parallelen sind also durchaus vorhanden, wenngleich diese im Verlauf des Films einen etwas anderen und wesentlich blutigeren Weg einschlagen. Wer allerdings das übliche High-School-Horror Spektakel mit spitzen Schreien und halbnackten Blondinen erwartet, kann aufatmen. Regisseur John Fawcett nimmt seine beiden Protagonisten und die Geschichte zu jeder Zeit ernst, ohne dabei auf ironische Spitzen zu verzichten. Ein großer Pluspunkt sind die zwei noch unbekannten Hauptdarstellerinnen. Neben Katharine Isabelle, die mit Abscheu die verschiedenen Stadien der Wolfswerdung über sich ergehen lassen muss, gefällt besonders Emily Perkins in der Rolle der verzweifelten Schwester, die mit aller Macht Gingers Verwandlung stoppen will. Schwächen hat der Film eigentlich nur in der Auflösung, die doch in arg konventionellen Bahnen verläuft. Der fertige Werwolf sieht zudem übel nach Gummi-Maske aus, aber offensichtlich waren die finanziellen Mittel für Ginger Snaps gegen Ende erschöpft. Abgesehen von diesem kleinen Lapsus werden Horror-Freunde der etwas härteren Gangart ihren Spaß haben. Momentan laufen schon die Vorbereitungen für eine Fortsetzung.

Während die kanadische RC1 DVD in einer satten Special Edition mit vielen Extras und Widescreen-Bild dem Film mehr als gerecht wird, gibt’s auf der deutschen Scheibe nur die abgespeckte Mager-Version. Das Bild ist respektabel, aber insgesamt eine Spur zu weich und dem Sound hätte man sicherlich mehr räumliche Effekte spendieren können. Die Extras beschränken sich leider auf diverse Trailer und einen DVD-ROM Part, der jedoch nicht der Rede wert ist. Störend sind einmal mehr die nicht ausblendbaren deutschen Untertitel in der Originalversion.

 

Marcs Filmwertung

Freche und ungewöhnliche Frischzellenkur für das totgesagte Werwolf-Genre.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
Beste Serie aller Zeiten: The Wire

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Leserwertung

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Cast & Crew

Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb Concorde Home Entertainment kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
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