Harold und Maude

© Paramount Pictures

Harold und Maude (4K Remastered)

USA 1971

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 92 Min.

Vertrieb: Paramount Home Entertainment

Filmzine-Review vom 19.01.2022

Der junge Millionärssohn Harold (Bud Cort) hat eine rebellische Sicht auf die Welt und schert sich wenig um die gehobenen gesellschaftlichen Konventionen des US-Bürgertums. Seine Mutter (Vivian Pickles) ist von Harolds Marotten genervt. Seine Vorliebe für realistisch inszenierte Pseudo-Selbstmordversuche nimmt sie mittlerweile kaum noch zur Kenntnis und versucht stattdessen, eine junge Braut aus dem Katalog für ihn zu finden. Auf einer Beerdigung lernt Harold dann seine Traumfrau kennen, die lebenslustige 79-jährige Maude (Ruth Gordon), die in einem alten Eisenbahnwagon lebt und ähnlich exzentrische Vorlieben hat. Harold hat das Gefühl, seinen Soulmate gefunden zu haben, auch wenn diese schlappe 60 Jahre älter ist…

Im Schatten von Filmemachern wie Coppola, De Palma, Altman und dem jüngst verstorbenen Peter Bogdanovich gehört sicherlich auch der ein wenig in Vergessenheit geratene Hal Ashby zu den wichtigsten Regisseuren des New Hollywood, also jener Epoche, die das amerikanische Kino in den späten 60er- und frühen 70er-Jahren entscheidend verändert und modernisiert hat. Ashby, der 1969 für den Schnitt von In der Hitze der Nacht einen Oscar erhielt, wurde wie kein anderer seiner Weggefährten mit den Hippie-Idealen der Aussteigerbewegung identifiziert. Sein bekanntester Film ist bis heute die ungewöhnliche skurrile Romanze Harold und Maude, die beim Start im Jahr 1971 zwar finanziell floppte, sich dann aber ungebremst zu einem der beliebesten Kultfilme des New Hollywood entwickelte. In den Hauptrollen spielen Ruth Gordon und Bud Cort das vielleicht verrückteste und unmöglichste Liebespaar der Filmgeschichte mit einem wunderbaren Sinn für Humor. Während Cort als blasser, desillusionierter junger Mann eher zurückhaltend agiert, ist Ruth Gordon das genaue Gegenteil, energiegeladen, exzentrisch und in allen Situationen lebensfroh. Eigentlich hätte sie drei Jahre nach ihrem Auftritt als Teufelsanbeterin in Rosemaries Baby wiederum einen Oscar gewinnen müssen.

Ein echter 4K-Release wäre natürlich noch schöner, aber auch auf Blu-Ray kommen die Vorzüge des neu restaurierten Bildes wirkungsvoll zur Geltung. Im Gegensatz zu den älteren Versionen ist das Bild nun deutlich organischer, bietet verbesserte Details und zeigt ein breiteres Farbspektrum, von tiefen Brauntönen bis zu leuchtenden Farben. Auch hat der neue Release zwei kleine aber feine brandneue Extras an Bord: Einen Audiokommentar mit dem bekennenden Harold und Maude-Superfan Cameron Crowe sowie dem Drehbuchautor Larry Karaszewski (Ed Wood) und ein Featurette mit Yusuf/Cat Stevens, der mit seinen Songs ebenfalls einen großen Anteil am Kultstatus des Films hatte.

 

Blu-ray Extras:

    • Audiokommentar von Larry Karaszewski und Cameron Crowe
    • Yusuf/Cat Stevens über Harold And Maude (6 min)
    • 2 Trailer zum Film
    • Wendecover

 

Marcs Filmwertung

Unsterblicher Kultstreifen der 70er-Jahre mit dem vielleicht unmöglichsten Liebespaar der Filmgeschichte

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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