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In der Glut des Südens

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In der Glut des Südens

Days of Heaven

USA 1978

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 94  Min.

Vertrieb: Universal Pictures Home Entertainment

Filmzine-Review vom 12.07.2021

Chicago 1915: Nachdem Bill (Richard Gere) nach einem Streit seinen Vorarbeiter getötet hat, verschlägt es ihn, seine Geliebte Abby (Brooke Adams) und seine 12 Jahre alte Schwester Linda (Linda Manz) zu Erntearbeiten auf eine Farm in Texas. Um keine unangenehmen Fragen beantworten zu müssen, geben sich Bill und Abby als Geschwister aus. Auf der abgelegenen Farm verliebt sich der junge, wohlhabende, aber kranke Besitzer (Sam Shepard) in Abby. Als Bill erfährt, dass der Mann bald sterben wird, ermutigt er Abby, ihn zu heiraten, um so später die Erbschaft anzutreten…

Nach seinem aufseheneregenden Erstlingswerk Badlands (1973) hat sich Terrence Malick, der große schweigsame Poet der New Hollywood-Bewegung, mit In der Glut des Südens nochmal übertroffen. Visuell gehört Days of Heaven zu den vielleicht schönsten Filmen überhaupt. Der oscarprämierte Kameramann Nestor Almendros (mit Unterstüzung des legendären Haskell Wexler) schafft Bilder von berührender, aber nie kitschiger Schönheit: Die texanischen Kornfelder (gedreht wurde tatsächlich in Ontario/Kanada), die sanft hin- und herwiegen, die dramatische Weite des Himmels und der Einfall der Heuschrecken-Plage, der in extremen Nahaufnahmen schrecklich-schön daherkommt, sind nur einige Beispiele. Dahinter steht natürlich ein Leitmotiv, das sich später in Werken wie Tree of Life wiederholen sollte: die Gleichgültigkeit der Natur gegenüber den Menschen. Inhaltlich mag das Drehbuch nicht ganz mithalten, denn die böse Version des American Dream, in der ein Liebespaar aus Geldgier einen reichen Mann betrügt und schließlich ins Verderben rennt, ist fast zweitrangig. Wie bei allen Malick-Filmen gibt es auch einen Off-Erzähler, hier ist es die im letzten Jahr verstorbene Schauspielerin Linda Manz, die als Teenagerin überraschend altersweise und schlau alle Ereignisse kommentiert. Terrence Malick, der für In der Glut des Südens mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet wurde, nahm sich nach dem Dreh eine 20-jährige Auszeit als Regisseur und kehrte erst mit The Thin Red Line 1998 auf die große Leinwand zurück.

Nachdem es das Werk jahrelang nur in grottenschlechter Qualität auf DVD gab, wird hierzulande endlich die Blu-ray nachgereicht. Die gute Nachricht: Der makellose Bildtransfer unterstreicht die einmalig poetische Schönheit des Films. Auf der der anderen Seite bleibt es leider bei einem relativ lieblosen Katalog-Release ohne Extras. Echten Cineasten sei deswegen die spektakuläre Veröffentlichung der US-Edelschmiede Criterion empfohlen.

 

Blu-ray Extras:

    • Trailer zum Film
    • Wendecover

 

Marcs Filmwertung

Eindringliches, visuell betörendes 70er-Jahre Meisterwerk von Terrence Malick.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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