Jeff Beck – Rock’n’Roll Party – Honouring Les Paul
USA 2010
FSK: ohne Altersbegrenzung
Länge: ca. 164 Min.
Studio: Deuce Music
Vertrieb: Eagle Vision
Filmzine-Review vom 16.03.2011
Als Musikpionier Les Paul sich 2004, mit betagten neunzig Jahren und Gibson-Klampfe unterm Arm, wieder regelmäßig auf die Bühne des kleinen New Yorker \“Iridium Jazz Club\“ stellte, konstatierte er mit einem Zwinkern: \“Wenn ich mich den Leuten vorstelle, sind sie stets überrascht festzustellen, dass ich keine Gitarre bin und auch nicht tot!\“.
So ähnlich ging es mir ehrlich gesagt auch, als ich die aktuelle Tribute-DVD Jeff Beck – Rock’n’Roll Party (Honouring Les Paul) in den Händen hielt. Für jemanden, der im klassischen Rock’n’Roll nicht allzu verankert ist, strahlt so ein Titel zunächst einmal keine allzu große Attraktivität aus – zumal das unglückliche Coverdesign an kitschigem Flair kaum zu überbieten ist. Doch was Gitarren-Virtuose Beck hier zu Ehren des zwischenzeitlich verstorbenen Altmeisters Les Paul auf die Beine, bzw. Bühne stellt, kann sich in jeder Hinsicht sehen und vor allem hören lassen.
An vorderster Front ist dabei die irische Ausnahmesängerin Imelda May zu nennen, die mit ihrer Band das eigentliche Highlight des Abends darstellt und der Party einen innovativen und erfrischenden Rockabilly-Einschlag verpasst. Die Playlist präsentiert sich als gelungene Mischung aus Les Paul-Hits (z.B. \“Vaya Con Dios\“, \“Bye Bye Blues\“ oder \“Sitting On The Top Of The World\“) sowie zahlreichen Rock-Klassikern und Coverversionen, die in wechselnden Blöcken von Darrel Higham und Imelda May gesungen werden. Hinzu kommen eingestreute Gastauftritte von Gary US Bonds, Brian Setzer, Trombone Shorty und Jason Rebello.
Die Veröffentlichung kann damit nicht nur überzeugten Rock’n’Rollern ans Herz gelegt werden, sondern funktioniert auch wunderbar als zeitgemäßer Botschafter und \“Must-Hear\“-Konzert für die Faszination einer ganzen Musikepoche. Einzig der uninspirierte Bühnenaufbau und die daraus resultierende, etwas zu sterile Optik bieten atmosphärisches Verbesserungspotenzial. Inhaltlich und technisch bleibt der Titel, der zeitgleich auch als BD erschienen ist, jedoch ein sattes Riff.
Mikes Filmwertung
Shake, Rattle & Roll zu Ehren von Les Paul: Jeff Beck hat geladen und Imelda May & Band rocken den Iridium Club in NYC .
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