Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll

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Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll

Behind the Candelabra

USA 2013

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 119 Min.

Studio: HBO Pictures

Vertrieb: Universum Film

Filmzine-Review vom 25.03.2014

Las Vegas, 1976: Nach einer Show des großen Entertainers Liberace (Michael Douglas) lernt der junge Scott Thorson (Matt Damon) den extravaganten Meister privat kennen. Da sich der Showpianist nicht nur gern mit Gold, Kitsch und Glitzer sondern auch mit jungen Männern umgibt, bietet er dem naiven Scott eine Stelle als persönlicher Assistent an – natürlich nicht ohne Hintergedanken. Scott lässt sich verführen; doch als er nach mehreren Schönheits-OPs tabletten- und schließlich drogenabhängig wird, verliert Liberace langsam das Interesse…

Es ist kein wahnsinnig positives Bild, das Steven Soderbergh in Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll von dem Vegas-Veteranen zeichnet. Kein Wunder – stammt die autobiografische Vorlage „Behind the Candelabra“ doch vom geschassten Liebhaber Scott Thorson selbst. Es stehen also nicht so sehr Mr. Showmanship und sein Bühnenwerk im Vordergrund, sondern vielmehr die Beziehung der beiden Männer, die vor der Öffentlichkeit selbstverständlich geheim gehalten werden musste. Liberaces Publikum – vorwiegend ältere Damen – hätte ihm ein Coming Out in der damaligen Zeit wohl nicht verziehen. Die HBO-Produktion hätte leicht zur Glitzer- und Perücken-Farce verkommen können, wird aber von den zwei Protagonisten, die sich enorm in ihre Rollen hineinknien davor gerettet. Matt Damon mimt den naiven Milchbubi, der sich selbst, ein richtiges Zuhause und vor allem Liebe sucht, und der nur allzu manipulierbar ist und sich sogar mehreren Gesichts-OPs unterzieht, um wie eine junge Version von Liberace auszusehen. Dass so eine Art von Beziehung nicht gesund sein kann, erkennt er viel zu spät. Michael Douglas überstrahlt jedoch alles und spielt den brillantenbehängten Paradiesvogel, der gleichermaßen egozentrisch wie unsicher ist und sein Selbstwertgefühl mit jungen Schönlingen zu pushen versucht, mit der nötigen Komplexität.

Im Making of wird natürlich auf die Ausstattung und die Kostüme eingegangen – Liberaces Wohnräume wurden anhand alter Fotos originalgetreu nachempfunden, für die Außenaufnahmen musste Zsa Zsa Gabors Villa herhalten. Die prunkvollen Kostüme, die man auf Wanderausstellungen des inzwischen geschlossenen Liberace Museums noch bewundern kann, wurden (mit leichteren Materialen) nachgeschneidert. Hat Michael Douglas aber wirklich mit fliegenden Fingern auf dem Flügel geklimpert? Keineswegs, für die Spielszenen mussten ein Double und CGI-Tricksereien herhalten.

 

Ninas Filmwertung

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb Universum Film kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
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