Martha Marcy May Marlene (Cine Project)

© 20th Century Fox Home Entertainment

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Martha Marcy May Marlene (Cine Project)

USA 2011

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 102 Min.

Studio: Fox Searchlight

Vertrieb: 20th Century Fox Home Entertainment

Filmzine-Review vom 21.09.2012

Der jungen Martha (Elizabeth Olsen) gelingt die Flucht aus einer sektenähnlichen Gemeinschaft, in der sie einige Zeit gelebt hat. Sie wird zunächst von ihrer Schwester Lucy und deren Mann aufgenommen, denen sie allerdings verheimlicht, wo sie die letzten zwei Jahre gesteckt hat. Lucy ahnt angesichts Marthas extremen Stimmungsschwankungen, ihrer Desorientiertheit, Verschrecktheit und gewissen Anzeichen von Paranoia, dass ihre Schwester offenbar mit traumatischen Erinnerungen kämpft…

Der Debutfilm von Sean Durkin war 2011 ein Festival-Liebling, der zahlreiche Nominierungen und Preise einheimsen konnte, und beim Sundance Festival für die beste Regie ausgezeichnet wurde. Durkin macht sich in Martha Marcy May Marlene das Stilmittel der Zeitsprünge zunutze, um die Verwirrung seiner Protagonistin auf den Zuschauer zu übertragen. Immer wieder verwischen so kurzfristig die Übergänge zwischen Realität und Erinnerung, bis man sich wieder orientiert hat. Durch die Gedankensprünge wird nach und nach ein Puzzleteil ans andere gefügt, so dass sich allmählich ein Bild davon ergibt, was Martha in ihrer Kommune (in der man sie Marcy May taufte und in der alle Frauen sich im Kontakt mit der Außenwelt ‚Marlene‘ nannten) durchmachen musste. Elizabeth Olsen, die jüngere Schwester der Olsen-Zwillinge, liefert in ihrer ersten Rolle eine bemerkenswerte Darbietung ab und überzeugt als innerlich zerrissenes, fragiles Mädchen, das sich erst wieder in ihr eigenes Leben einfinden und an eine Realität gewöhnen muss, die ihr fremd geworden ist.

Die Extras sind auf den ersten Blick zahlreich, doch erstrecken sich zum Großteil nur über 3-4 Minuten. Ein sehenswerter Kurzfilm des Regisseurs mit dem Hauptfilm ähnlicher Stimmung und Atmosphäre befindet sich ebenfalls mit an Bord.

 

Ninas Filmwertung

Intensiv-verstörendes Psychogramm einer manipulierten Seele und ein bemerkenswertes Regiedebüt.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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Cast & Crew

Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb 20th Century Fox Home Entertainment kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
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