Maybe Baby

© Concorde Home Entertainment

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Maybe Baby

GB 2000

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 104 Min.

Studio: Pandora Filmproduktion | BBC Films

Vertrieb: Concorde Home Entertainment

Filmzine-Review vom 04.07.2002

Sam (Hugh Laurie) arbeitet bei der BBC, Lucy (Joely Richardson) in einer Künstleragentur. Sie sind Anfang 30, glücklich verheiratet und haben ziemlich guten Sex. Alles könnte also perfekt sein, wäre da nicht ein kleines Problem: mit dem Kinderkriegen will es nicht so recht klappen. Doch Sam und Lucy geben so schnell nicht auf – kreative Methoden sind gefragt, und das nicht nur bei der Wahl von Zeugungsort und -zeitpunkt.

Ben Elton hat in seinem Regiedebüt Maybe Baby ein heikles Thema aufgegriffen: ungewollte Kinderlosigkeit. Da macht sich schnell die Befürchtung breit, man könne es mit einem pathetischen, allzu philosophischen Film zu tun haben – auch wenn ein Blick auf Rowan Atkinson alias Mr. Bean auf dem Cover eher andere Assoziationen wecken dürfte. Aber Ben Elton – in Großbritannien nicht zuletzt als Comedian bekannt (The Ben Elton Show) – versteht es, die Thematik verhältnismäßig realistisch, unverkrampft und in einer streckenweise zwerchfellerschütternden Story auf die Leinwand zu bringen. Neben dem – wohl auch aufgrund langjähriger persönlicher Erfahrungen – gelungenen Script ist dies nicht zuletzt Verdienst der Schauspieler. Zu den zahlreichen guten Momenten trägt in allererster Linie der brilliante Hugh Laurie bei, der Fans der britischen Film- und Fernsehlandschaft bspw. aus der Serie Black Adder oder aus Sinn und Sinnlichkeit bekannt sein dürfte. Als verhinderter Drehbuchautor kämpft er mit seinem unausstehlichen Chef, schlägt sich mit völlig durchgeknallten Regisseuren rum (im Original umwerfend: Tom Hollander als Starregisseur Ewan Proclaimer) und versucht ganz nebenbei stets zur Stelle zu sein, wenn der Zeugungszeitplan es erfordert. An seiner Seite wirkt die ebenfalls souverän agierende Joely Richardson (Der Patriot) fast schon blass.
Auch die Nebenrollen sind klasse besetzt – neben Tom Hollander und Rowan Atkinson glänzt Oscarpreisträgerin Emma Thompson in einem markanten Kurzauftritt.

Doch trotz dieser fast schon perfekten Voraussetzungen hat der Film etwas von einer Achterbahnfahrt – nach einem durchschnittlichen Anfang glänzt er in der zweiten Hälfte mit Twists & Turns, guten Dialogen und witzigen Pointen, um kurze Zeit später in doch etwas zu rührselige Gewässer abzudriften. Schade, aber alles in allem bietet Maybe Baby dennoch durchaus gelungene Unterhaltung und ein kleines bisschen Philosophie…

Zur DVD gibt es leider nicht viel zu sagen – Trailer, Texttafeln und nicht ausblendbare Untertitel gepaart mit durchschnittlichem Sound und Bild bleiben leider weit unter den Möglichkeiten. Trotz einer akzeptablen Synchronisation sei dem Zuschauer die englische Originalversion an’s Herz gelegt – bei diesen Schauspielern gibt’s einfach zu viele Feinheiten zu verpassen.

 

Katjas Filmwertung

Fortpflanzung mit Tiefgang – amüsante britische Komödie mit Starbesetzung.

Katja

Katja

Originalton-Verfechterin, Fantasy- und Serien-Fan. Schaut gerne spanische und französische Filme, um den Kopf ein-, sowie auch mal Bollywood und gute RomComs, um ihn auszuschalten.

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Cast & Crew

Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb Concorde Home Entertainment kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
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