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Solo: A Star Wars Story

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Solo: A Star Wars Story

USA 2017

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 135 Min.

Vertrieb: Walt Disney Studios Home Entertainment

Filmzine-Review vom 28.09.2018

Nachdem er sich auf seinem schäbigen Heimatplaneten Corellia lange Zeit mit Diebstählen und Gaunereien durchgeschlagen hat, gelingt dem jungen Han Solo (Alden Ehrenreich) schließlich die Flucht. Seine große Liebe Qi’ra (Emilia Clarke) muss er allerdings in letzter Sekunde hinter sich lassen. Ziellos meldet er sich bei der Imperialen Armee an, um Pilot zu werden. Drei Jahre später ist Han davon weit entfernt und tritt als Infanterist auf der Stelle. Als er während einer Schlacht auf eine Profi-Bande rund um den Anführer Beckett (Woody Harrelson) trifft, sieht er eine neue Chance. Nebenbei macht er die Bekanntschaft seines zukünftigen Co-Piloten und treuen Begleiters Chewbacca…

Nach dem gigantischen Erfolg von Das Erwachen der Macht, Die letzten Jedi und Rogue One ist die gut geölte Star Wars-Maschinerie mit Solo: A Star Wars Story nun ein wenig ins Stottern geraten. Schon die Dreharbeiten standen zunächst unter keinem guten Stern, denn bekanntermaßen wurden die beiden ursprünglichen Regisseure Phil Lord und Chris Miller (The Lego Movie) aufgrund „kreativer Differenzen“ durch den Hollywood-Routinier Ron Howard ersetzt.  Als Retter in der Not erweist sich Howard als gute Wahl, denn in seinen erfahrenen Händen wird die Geschichte über Han Solos Anfänge zu einem temporeichen Sci-Fi-Abenteuerfilm klassischen Zuschnitts. Auch ohne die ganz großen Weltraumschlachten gibt es reichlich spektakuläre Action, wie zum Beispiel den packenden Überfall auf den mit dem wertvollen Treibstoff Coaxium beladenen Zug. Dem Drehbuch, verfasst vom Veteranen Lawrence Kasdan (Episoden IV bis VI) und seinem Sohn Jonathan, hätte man ein bisschen mehr Mut zum Risiko gewünscht, denn eine wirkliche Erzähllücke im großen Star Wars-Universum wird nicht geschlossen. Die wichtigsten biografischen Eckpunkte, die in der Ursaga angedeutet werden, finden eine solide aber wenig überraschende Aufarbeitung: Der Beginn der Bromance mit dem 190 Jahre alten Chewbacca, das erste Treffen mit Lando Calrissian und der natürlich legendäre Kesel Run mit dem Millennium Falcon. Als junger Han Solo schlägt sich der noch recht unbekannte Alden Ehrenreich mit rauem Charme und schmissiger Action-Attitüde erstaunlich wacker, nur bei der Romanze mit GoT-Star Emilia Clarke wollen die Funken nicht so wie erwünscht sprühen. Der Casting-Coup des Films ist aber Donald Glover (Atlanta), der sich als charismatischer Zocker und Schmuggler Lando Calrissian für weitere Auftritte empfiehlt. Ob der Film das einzige Spin-Off zu Han Solo bleiben wird, ist ungewiss. Das Ende, mit einem alten Star Wars-Bösewicht vergangener Tage, ist eigentlich deutlich auf mindestens eine Fortsetzung ausgelegt. Aber an der Kinokasse blieb Han Solo deutlich hinter den Erwartungen zurück. Tatsächlich hat Disney-Chef Bob Iger vor Kurzem angekündigt, die Abstände zwischen den einzelnen Star Wars-Filmen wieder zu erhöhen. Soll heißen, bis zum möglichen Boba Fett oder Obi-Wan Kenobi Spin-Off dürfte es noch ein bisschen dauern.

Alle Extras finden sich auf der Bonus-Blu-ray des 2-Disc-Sets: Die fan-gerechten Featurettes mit einer Gesamtlänge von knapp 90 Minuten beschäftigen sich mit dem Redesign des Millennium Falken, analysieren den Zugüberfall und werfen einen Blick auf den Revoluzzer-Roboter L3-37. Unbedingt sehenswert ist die Diskussionsrunde mit Regisseur Ron Howard und den Darstellern Alden Ehrenreich, Donald Glover, Joonas Suotamo, Emilia Clarke, Phoebe Waller-Bridge, Thandie Newton, Woody Harrelson und Paul Bettany.

 

Blu-ray Extras:

    • Solo: Regisseur & Darsteller am runden Tisch (22 min)
    • Kasdan und Kasdan (8 min)
    • Redesign des Millennium Falken (6 min)
    • Flucht von Corellia (10 min)
    • Der Zugüberfall (15 min)
    • Team Chewie (7 min)
    • Wie man Droide wird: L3-37 (5 min)
    • Gauner, Droiden, Kreaturen und Kartenspiele: Willkommen in Fort Ypso (8 min)
    • In den Mahlstrom: Der Kossal-Flug (8 min)
    • 8 Zusätzliche Szenen (15 min)

 

Marcs Filmwertung

Die Abenteuer des jungen Han Solo: Solides Star Wars Spin-Off, das aber nicht die Klasse von Rogue One erreicht.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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