The Time Machine

© Warner Home Video

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The Time Machine

USA 2002

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 92 Min.

Studio: Warner Bros.

Vertrieb: Warner Home Video

Filmzine-Review vom 11.11.2002

Um den Tod seiner Braut ungeschehen zu machen, erfindet der spleenige Tüftler Alexander Hartdegen (Guy Pearce) die Zeitmaschine. Hartdegen muss jedoch feststellen, dass er die Vergangenheit nicht ändern kann und reist daraufhin in die Zukunft. Im Jahr 800 000 findet er die Menschheit in friedliche Eloi und kannibalistische Morlocks gespalten vor…

In Ermangelung neuer und kreativer Ideen wird in Hollywood derzeit geradezu ein Raubbau an ruhmreichen Filmklassikern betrieben. Das neueste Machwerk in der Rubrik „Remakes, die die Welt nicht braucht“ ist die 80 Millionen Produktion The Time Machine. Nachdem zuletzt schon die Neuverfilmungen von Der Planet der Affen und insbesondere von Rollerball sehr dürftig ausgefallen sind, sieht’s bei The Time Machine ähnlich mager aus. Im Gegensatz zum berühmten 1960er Original von George Pal fehlen dem Remake jegliche Fantasie und Charme. Die bombastischen Spezial-Effekte mögen viel Geld verschlungen haben, den Film machen sie jedoch nicht besser. Ganz im Gegenteil, die austauschbaren CGI-Bilder sind wenig innovativ und kleistern lediglich das letzte Fitzelchen Originalität zu. Bezeichnenderweise hat der Film in der ersten halben Stunde, also vor den ganzen Zeitreisen, einige nette Momente und entwirft ein stimmiges spätviktorianisches Portrait einer Zeit an der Schwelle zu neuen Technologien. Nicht von ungefähr korrespondiert der Protagonist mit einem jungen deutschen Wissenschaftler namens Einstein.
Doch von dort an geht es nur noch abwärts. Erfinder Hartdegen (Guy Pearce, längst nicht so gut wie in Memento) drückt die Regler seiner Zeitmaschine und landet zunächst im Jahr 2037 in einem dunklen New York, an dessen Himmel der von der Menschheit zerstörte Mond in Trümmern hängt. Von dort aus geht es dann ruckizucki ins Jahr 800 000 zu den lieben Elois und bösen Morlocks. Mit der literarischen Vorlage von Sci-Fi Pionier H.G. Wells hat der Film an dieser Stelle aber längst nicht mehr viel zu tun. Dass der Regisseur tatsächlich ein Urenkel des berühmten Schriftstellers ist, mag man angesichts der hingeschluderten Fantasielosigkeit gar nicht glauben. In der Rolle des bösen Über-Morlocks blamiert sich übrigens Jeremy Irons, der augenscheinlich keine Lehren aus seinem Dungeons and Dragons-Auftritt gezogen hat und einen Teil seiner Gage eventuell für einen neuen Agenten anlegen sollte.

Von einem technikversessenen Film wie The Time Machine darf man in Sachen Bild und Ton selbstverständlich einiges erwarten. Wer sich allerdings auf Referenzklasse freut, sollte die hohen Ansprüche ein wenig drosseln. Die DVD ist insgesamt mit gut zu bewerten, mehr aber auch nicht. Gerade in actionreichen Sequenzen leidet das farblich einwandfreie Bild unter mangelnder Schärfe. Die 5.1-Tonspuren hingegen liefern erstklassigen Surround-Sound mit präziser Dialogverteilung. Die besten Raumklangeffekte gibt’s beim (albernen) Finale. Bei den Extras geht es – wen wundert’s – hauptsächlich um die Entstehung der Spezialeffekte. Diese werden aber auch in der Analyse nicht besser.

 

Marcs Filmwertung

Seelenlos und überflüssig – diese „Zeitmaschine“ ist pure Zeitverschwendung.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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