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Yes, Chef!

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Yes, Chef!

Boiling Point

GB 2021

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 94 Min.

Vertrieb: PLAION PICTURES

VÖ-Datum: 25.04.2024

Filmzine-Review vom 19.04.2024

Es ist der Freitag vor Weihnachten, Hochbetrieb in der Gastronomie. Ein angesagtes Londoner Nobelrestaurant ist restlos ausgebucht, es verspricht ein stressiger Abend zu werden. Chefkoch Andy Jones (Stephen Graham) ist wegen massiver privater Probleme mit seinem Kopf eigentlich ganz woanders, muss aber permanent einen Brand nach dem nächsten löschen. Der unerfreuliche Besuch des Ordnungsamts ist erst der Auftakt zu einem turbulenten Abend mit schwierigen Gästen, einer unbeliebten Restaurantleiterin und Streitigkeiten in der Küche. Zu allem Überfluss hat sich auch noch Andys ehemaliger Chef, ein berühmter Gourmetkoch, angekündigt, den man besonders beeindrucken will und der ausgerechnet eine Restaurantkritikerin als Begleitung mitbringt…

Yes, Chef! (im Original: Boiling Point) lief in England bereits 2021 in den Kinos und damit noch vor dem Start der US-Erfolgsserie The Bear, die ebenfalls den alltäglichen Wahnsinn in einer Restaurantküche thematisiert. Nun kommt das erstklassige Drama endlich in unsere Heimkinos. Nach einem anstrengenden Arbeitstag ist der Film allerdings nur begrenzt zu empfehlen, denn das Stresslevel überträgt sich quasi von der Küche ins Wohnzimmer. Das per se schon wahnsinnige Konzept des One-Shot-Drehs verstärkt die Atemlosigkeit der Szenerie noch zusätzlich. Dabei heftet sich die Kamera ganz natürlich und fast schon beiläufig immer wieder an die Fersen wechselnder Protagonisten und führt uns so im Laufe des Abends in alle Winkel des Restaurants. Mal begleiten wir die Kellnerinnen, die versuchen, es großmäuligen Vollidioten, nervigen Influencern oder Gästen mit Nussallergie recht zu machen, mal landen wir bei den Konditoren und Küchenhilfen in den hinteren Räumlichkeiten, bringen den Müll mit raus, brutzeln an den Pfannen und schauen zu, wie sich Konflikte zusammenbrauen und mal besser, mal schlechter gelöst werden. Und während der gesamten Laufzeit leiden wir mit Stephen Graham, der ganz offensichtlich unmittelbar vor dem Nervenzusammenbruch steht, weil er die letzten Nächte im Auto geschlafen hat, keinen Draht zu seinem entfremdeten Sohn hat, sich ständig mit seiner Ex-Frau streitet, ihm das Business über den Kopf wächst und er dennoch immer tausend Prozent geben muss, weil in dieser Maschinerie aus zig Rädchen kein einziges klemmen darf, da sonst alles implodiert bzw. überkocht, um im Bild zu bleiben. Graham und Regisseur Barantini konnten mehrere Nominierungen für sich verbuchen (u. a. bei den BAFTA Awards und den British Independent Film Awards) und liefern mit Yes, Chef! eines der mitreißendsten britischen Dramen der letzten Jahre ab.

Die schön ausgestattete Disc kommt mit einigen interessanten Extras daher, unter denen vor allem das ausführlich Making of hervorsticht.

 

Blu-ray Extras:

    • Making of (40 min)
    • Boiling Over: Interview mit Produzentin Hester Ruoff  (22 min)
    • Pot Boiler: Interview mit Produzent Bart Ruspoli (20 min)
    • Simmering Steady: Interview mit Autor James Cummings (20 min)
    • Originaltrailer
    • Trailer zu 3 weiteren Titeln
    • Wendecover

 

Ninas Filmwertung

Mitreißend-intensives Restaurant-Drama – perfekt als atemloser One-Shot inszeniert und u. a. mit Stephen Graham erstklassig besetzt.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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