Zero Dark Thirty

© Universal Home Entertainment

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Zero Dark Thirty

USA 2012

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 157 Min.

Studio: Universal Pictures

Vertrieb: Universal Home Entertainment

Filmzine-Review vom 21.06.2013

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 wird Al-Qaida-Anführer Osama Bin Laden für die USA zum Staatsfeind Nummer Eins. In akribischer Kleinarbeit geht eine Spezialeinheit der CIA und des Militärs jeden noch so kleinen Hinweis nach. Jahrelang bleibt die Suche nach der Nadel im Heuhaufen erfolglos, doch dann findet die hartnäckige CIA-Analystin Maya Lambert (Jessica Chastain) eine Spur, die zum Al-Qaida-Mitglied Abu Ahmed führt. Dieser soll als Kurier für \“OBL\“ tätig sein…

Die Presse-Reaktionen auf Kathryn Bigelows Zero Dark Thirty hätten kaum kontroverser ausfallen können. Besonders außerhalb der USA hagelte es Kritik: der Film wäre verherrlichend, würde Hurra-Patriotismus propagieren und aus den Amis verklärende Helden machen. Von den teilweise hysterischen Vorwürfen kann man Zero Dark Thirty allerdings komplett freisprechen. Regisseurin Bigelow und ihr Drehbuchautor Mark Boal (zweite Zusammenarbeit nach dem Oscar-Hit The Hurt Locker) setzen auf eine durchweg nüchterne und wertfreie Zusammenfassung der Ereignisse. Dabei spannt der brisante Thriller einen Bogen von 9/11 – mit beklemmenden Original-Tonbandaufnahmen der Opfer aus dem Off – bis zur \“Operation Neptune Spear\“ am 02. Mai 2011. Der erfolgreiche Übergriff auf Bin Ladens Versteck in Abbottabad nimmt erwartungsgemäß die letzte halbe Stunde ein und ist spannungstechnisch trotz des bekannten Ausgangs eine Meisterleistung. Auch wenn Hauptdarstellerin Jessica Chastain hier den Navy Seals den Vortritt lässt, so ist sie als unnachgiebige Analytikerin in der von Männern dominierten CIA-Welt die treibende Kraft in Zero Dark Thirty und wurde für diesen starken Auftritt zu Recht für den Oscar nominiert. In einer seiner letzten Nebenrollen sieht man übrigens den viel zu früh verstorbenen James Gandolfini kurz als knorrigen CIA-Chef.

Da die Bild- und Tonqualität der Blu-ray von Anfang bis Ende von allerbester Güteklasse sind, eignet sich der Titel sehr gut für eine Heimkino-Vorführung. Die Extras hingegen bieten viel zu wenig. Die Folterdebatte, die den Film seit der Premiere begleitet, wird komplett ausgespart, stattdessen gibt’s einige kurze Beiträge, u.a. zu den Dreharbeiten in Jordanien und Indien.

 

Marcs Filmwertung

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
Beste Serie aller Zeiten: The Wire

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