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1917

© Universal Pictures Home Entertainment

1917

USA / Großbritannien 2019

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 114 Min.

Vertrieb: Universal Pictures Home Entertainment

Filmzine-Review vom 09.06.2020

Frankreich 1917: Im festgefahrenen Grabenkrieg liegen sich deutsche und alliierte Truppen gegenüber.
Die beiden Soldaten Schofield (George MacKay) und Blake (Dean Charles Chapman) werden auf eine gefährliche Mission geschickt: Sie sollen mehrere Kilometer Feindesland durchqueren, um ein englisches Batallion, das am nächsten Morgen angreifen will, vor einer vermeintlichen Falle der Deutschen zu warnen. Schaffen sie es nicht rechtzeitig, würden 1600 Soldaten, darunter Blakes Bruder, direkt in den Tod stürmen…

Von Alfred Hitchcocks Cocktail für eine Leiche über Alejandro González Iñárritus Oscargewinner Birdman bis zu Sebastian Schippers Berlin-Trip Victoria: One-Take-Movies, die die Illusion vermitteln, sie bestünden aus einer einzigen Einstellung, benötigen eine Präzision und Koordination, die einem Filmemacher alles abverlangt. Das jüngste und vielleicht beeindruckendste Beispiel ist 1917 von Sam Mendes, der damit seine Zeit als James Bond-Regisseur wohl endgültig beendet hat. Mit Unterstützung des oscarprämierten Kameramanns Roger Deakins schickt der Kriegsfilm seine beiden Protagonisten und die Zuschauer knapp zwei Stunden ohne sichtbare Schnitte auf einen kontinuierlichen Teufelsritt durch das apokalyptisch anmutende Niemandsland, wo an jeder Stelle zwischen Stacheldrahtgewirr, Leichenbergen und brennenden Ruinen der Tod lauert. Auch ohne klassische Gefechtsszenen erreichen die diversen Etappen des zunehmend hoffnungslosen Himmelfahrtskommandos der beiden jungen Soldaten eine unerträgliche Spannung, die bis zum Ende anhält und nur wenig Zeit zum Durchschnaufen lässt. In der außergewöhnlichsten Sequenz stürzt ein deutscher Flieger fast auf Blake und Schofield und als der Pilot aus seinem brennenden Wrack taumelt und sterbend um Wasser bettelt, ereignet sich die schicksalhafteste Wendung des Films abseits der Kamera. Nicht nur in dieser Szene wirft 1917 einen ähnlichen intensiven Blick auf den Horror des Ersten Weltkriegs wie Kubricks Meisterwerk Wege zum Ruhm.

Für das Heimkino ist ein Titel wie 1917 natürlich wie gemalt. Während die DVD noch mit matschigem Bild zu kämpfen hat, liefert die Blu-ray sogar während der Nachtszenen Referenzniveau. Sehens- und hörenswert sind auch die Extras, u.a. mit gleich zwei Audiokommentaren (einer mit Mendes, der andere mit Deakins) und einigen kürzeren Featurettes zu den Dreharbeiten, Soundtrack und der Entstehung des Drehbuchs.

 

DVD Extras:

    • Audiokommentar mit Regisseur/Co-Autor Sam Mendes
    • Audiokommentar mit Kameramann Roger Deakins
    • Die Schwere der Welt: Sam Mendes (4 min)
    • Die Alliierten: Die Entstehung von 1917 (12 min)
    • Die Filmmusik von 1917 (4 min)
    • Wendecover

 

Marcs Filmwertung

Virtuos, präzise und hochspannend inszeniertes Weltkriegsdrama der Meisterklasse.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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