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Der wilde Wald

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Der wilde Wald

D 2021

FSK: ab 0 Jahren

Länge: ca. 88 Min.

Vertrieb: mindjazz pictures

Filmzine-Review vom 30.03.2022

Was können wir von der Natur lernen? Wie schafft es der Wald, sich selbst zu helfen? Und welchen Platz hat der Mensch in der Wildnis? Diesen und vielen weiteren Fragen geht der Naturfilm Der wilde Wald in knapp 90 Minuten nach und lässt dabei Wissenschaftler, Naturschützer, Philosophen und andere zu Wort kommen…

Der Nationalpark Bayerischer Wald wurde 1970 gegründet und umfasst heute eine Fläche von rund 24.000 Hektar. Dem Konzept des Nationalparks folgend greift der Mensch nicht in dieses Ökosystem ein, sondern überlässt die Natur sich selbst. Das bedeutet auch tatenlos zuzusehen, wie in den 80er und 90er Jahren zunächst Orkane und anschließend der Borkenkäfer riesige Waldflächen vernichten.

Dass hier nicht korrigierend mit einer Wiederaufforstung oder Pestiziden eingegriffen wurde, stieß in der Öffentlichkeit immer wieder auf Unverständnis. Denn wie kann ein toter Wald ein gesunder Wald sein? In Wirtschaftswäldern ist man europaweit verpflichtet, den Borkenkäfer zu bekämpfen – vorrangig durch weitflächige Rodungen. Verloren sind die Bäume also so oder so. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass der Borkenkäfer zu einer natürlichen Verjüngung der Fichtenwälder führt. Zudem spielt Totholz eine wichtige Rolle für die Artenvielfalt – es ist Nahrungsquelle, Unterschlupf und Lebensraum für vielerlei Pflanzen- und Tierarten. So könnten einige der rund 2000 Käferarten im Bayerischen Wald ohne Totholz gar nicht überleben.

Einen klassischen Tierfilm, den man sonntags mit seinen Kindern guckt, sollte man hier nicht erwarten. Die O-Töne auf englisch, tschechisch und bayerisch sind lediglich deutsch untertitelt und es steht eher eine philosophische Annäherung an das Thema im Vordergrund als die Lebensweise von Hirsch, Eule und Co. Wer jedoch ein tieferes Verständnis für das Ökosystem Wald entwickeln möchte, kommt in dieser lehrreichen Dokumentation voll auf seine Kosten.

 

DVD Extras:

    • Hörfilmfassung mit Untertiteln
    • Interview mit Diana Six (4 min)
    • Drohnenflug (1 min)
    • Trailer zum Film
    • Trailer zu 6 weiteren Titeln

 

Ninas Filmwertung

Äußerst lehrreicher und philosophisch angehauchter Naturfilm in beeindruckenden Aufnahmen.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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