Die Fliege (Cinema Premium – 2DVDs)

© 20th Century Fox Home Entertainment

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Die Fliege (Cinema Premium – 2DVDs)

The Fly

USA 1986

FSK: ab 18 Jahren

Länge: ca. 92 Min.

Studio: 20th Century Fox

Vertrieb: 20th Century Fox Home Entertainment

Filmzine-Review vom 23.01.2006

Das kauzige Forschergenie Seth Brundle (Jeff Goldblum) verliebt sich in die Reporterin Veronica (Geena Davis) und führt ihr seine so genannte Teleportationsmaschine vor, mit der er lebendige Materie molekular transportieren kann. Nach einer Reihe von Experimenten wagt Brundle den Selbstversuch. Dieser läuft allerdings schief, da sich sein Genmaterial mit dem einer Hausfliege vermischt hat. Nach und nach verwandelt sich der Wissenschaftler in ein schreckliches Monster…

Der kanadische Regisseur David Cronenberg schuf mit Die Fliege einen der besten Horrorfilme der 80er Jahre. Cronenberg, der spätestens seit Scaners und Videodrome als visionärer Meister des kultivierten Schreckens gilt, widmet sich auch in der Fliege seinem Lieblingsthema: morbider, körperlicher Zerfall in all seinen Einzelheiten im Zuge der fortwährenden Technologisierung. Oberflächlich betrachtet mag die Story nur ein weiteres Beispiel für das klassische ‚Mad Scientist‘-Schema (größenwahnsinniger Professor fordert die Natur heraus und wird prompt bestraft) sein, doch Die Fliege ist wesentlich vielschichtiger. Neben der offensichtlich Kritik an der Gentechnologie beschäftigt sich der Film auch mit ungewöhnlichen Themen wie der Frage nach dem Fortbestand der Freundschaft in Zeiten von todbringenden Krankheiten. Das oscarprämierte Maskenbild ist sensationell und lässt den bedauernswerten Hauptdarsteller Jeff Goldblum im Laufe der 90 Minuten diverse Metamorphosen durchlaufen, die in einer geradezu abstoßenden Fliegenmutation endet. Die Verwandlung ist kaum etwas für Zartbesaitete, da werden Fingernägel rausgezogen, Ohren fallen ab, zur Nahrungsaufnahme muss der recht eklige ‚Kotztropfen‘ herhalten und Körper werden auch schon mal von innen nach außen gekehrt. Mit anderen Worten: grausige Details werden nicht ausgespart!

Nachdem die US-Version schon vor einigen Monaten veröffentlicht wurde, bringt das neue „Cinema Premium“-Label von Fox den Titel hierzulande in fast identischer Fassung heraus. Die wenig überzeugende Erstauflage kann somit endgültig in die Mottenkiste. Nicht nur wurden das schlappe Bild und der lahme Sound überarbeitet, endlich gibt’s auch Extras in Hülle und Fülle. Kernstück der Bonus-DVD ist das fabelhaft detaillierte Making Of mit dem treffenden Titel „Fear Of The Flesh“. Hier erfährt man u.a., dass Cronenberg ursprünglich gar nicht als Regisseur vorgesehen war und schon an den Vorbereitungen zu Total Recall steckte, der dann ja bekanntermaßen ein paar Jahre später von Paul Verhoeven realisiert wurde. Außerdem werden die nach wie vor erstklassigen Special Effects von Masken-Guru Chris Walas (der die mißglückte Fortsetzung zu verantworten hat) erklärt. Das ist aber längst noch nicht alles: Im restlichen Bonus-Paket sind u.a. diverse Deleted Scenes (Anspieltipp: Schmetterlingsbaby), verschiedene Story-Versionen und ein ganzer Wust von kleineren Features enthalten.

 

Marcs Filmwertung

Alles andere als ein Fliegengewicht: Die ultimative DVD zum Horror-Klassiker.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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