Die Insel

© Warner Home Video

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Die Insel

The Island

USA 2005

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 130 Min.

Studio: Dream Works | Warner Bros.

Vertrieb: Warner Home Video

Filmzine-Review vom 15.03.2006

In naher Zukunft leben die Überlebenden einer globalen Katastrophe in einem abgeriegelten, futuristischen Bunker. Sie alle träumen von der „Insel“, einem Paradies in der Südsee, das eines Tages die neue Heimat werden soll. Einzig Bewohner Lincoln Six Echo (Ewan McGregor) plagen Zweifel an seiner Umgebung. Hinter den Kulissen kommt er einer gewaltigen Verschwörung auf die Schliche. Zusammen mit Jordan Two-Delta (Scarlet Johansson) ergreift er die Flucht…

In Die Insel nimmt sich Hochglanz-Experte Michael Bay (The Rock) erstmals brisanter Themen wie Genforschung oder Klonen an und verlegt diese mit weit weniger Pathos als befürchtet in die negativen Utopie-Szenarien, die man bereits aus Klassikern wie THX 1138 oder Flucht ins 23. Jahrhundert kennt. Trotz dieser ambitionierten Ansätze sollte man nicht allzu viel Tiefgang erwarten, denn spätestens in der zweiten Hälfte, in der sich Ewan McGregor und Scarlett Johansson auf die Suche nach ihren menschlichen Doppelgängern machen, vertraut der Regisseur weniger auf die Story als auf altbekannte Actionelemente. Eine bombastische Verfolgungsjagd reiht sich an die nächste und im Dreiminutentakt kommen aus allen Ecken Hubschrauber angerauscht. Das ist zunächst visuell spektakulär, auf Dauer aber ermüdend, auch weil man vieles schon ähnlich gesehen hat. Die Einflüsse reichen dabei von Bays eigenem Bad Boys II (die Autojagd auf dem L.A. Freeway) über Matrix (die Klon-Brutstätten) bis zu Minority Report.

An der Kinokasse ist Die Insel schneller abgetaucht als ein schwerer Stein im Wasser. Dieser Umstand erklärt vielleicht das spärliche Bonusmaterial der immerhin technisch blitzsauberen DVD. Das Making of kommt zwar im Gegensatz zum Hauptfilm ohne nervendes Product Placement aus, ist dafür aber reichlich mit den üblichen PR-Floskeln („Mehr als nur ein Actionfilm“) übersät. Unverständlich und ärgerlich: Der Audiokommentar mit Regisseur Michael Bay ist nicht auf der DVD, sondern muss per Weblink aktiviert werden und ist somit für Standalone-Player-Besitzer völlig nutzlos.

 

Marcs Filmwertung

Besser als erwartet: Explosiver Klon-Krawall von Michael Bay.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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