Die Royal Tenenbaums

© Buena Vista Home Entertainment

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Die Royal Tenenbaums

The Royal Tenenbaums

USA 2001

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 105 Min.

Studio: Touchstone Pictures

Vertrieb: Buena Vista Home Entertainment

Filmzine-Review vom 12.02.2003

Der Tenenbaum-Familienclan residiert unter der Obhut der Mutter Etheline (Anjelica Huston) in einem New Yorker Herrenhaus. Vater Royal (Gene Hackman), ein umtriebiger Lebemann der die Familie vor vielen Jahren verlassen hat, steckt mitten in einer gewichtigen Lebenskrise und sucht mittels einer vorgetäuschten Krankheit Rückhalt im ehemaligen Zuhause…

Wer bei Die Royal Tenenbaums Schenkelklopfer und Brüller im Minutentakt wartet, sitzt im falschen Film. Die etwas andere Familiensaga des jungen amerikanischen Regisseurs Wes Anderson (Rushmore) erinnert mehr an die skurrilen Welten eines John Irving-Romans und den verschrobenen Humor einer typischen Woody Allen-Komödie. Die zahlreichen Figuren treten zumindest ähnlich neurotisch veranlagt auf: Da ist z.B. Chas (Ben Stiller), ein Finanzgenie, das permanent einen roten Adidas-Trainingsanzug trägt und seine beiden Söhne mit seinem Sicherheitswahn nervt. Oder Margot (Gwyneth Paltrow), die bereits im Kindesalter Bühnenstücke schrieb und mittlerweile mit dem Psychiater Raleigh St. Clair (Bill Murray) eine unglückliche Ehe führt. Dritter im Bunde der Tenebaum-Wunderkinder ist Richie (Luke Wilson), ein ehemaliger Tennis-Star, der sich zu seiner Schwester hingezogen fühlt. Und allen voran natürlich Ex-Patriarch Royal Tenenbaum (Gene Hackman mit einem weiteren Karriere-Highlight), ein liebenswerter Schlawiner, dem man trotz seiner väterlichen Versäumnisse nie so richtig böse sein kann. Neben der gekonnten Zeichnung der exzentrischen Figuren und den zahlreichen cleveren Dialogen gelingt es dem Film, eine überaus melancholische Grundstimmung zu entwickeln. Darüber hinaus erweist sich Regisseur Anderson auch im Umgang mit der Kamera als versierter Könner: Selten sah man die Stadt New York dermaßen verträumt-schön und frei von Wolkenkratzern in Szene gesetzt.

Die Zeiten, in denen man neiderfüllten Blickes auf besser ausgestattete amerikanische DVDs blickte, sollten eigentlich der Vergangenheit angehören. Pustekuchen! Während die US-Version Bonusmaterialen in Hülle und Fülle auf 2 DVDs verteilt, bietet die deutsche Ausgabe der Royal Tenenbaums rein gar nichts, ja selbst der obligatorische Trailer wird schmerzlich vermisst. Da fällt dann der sehr gelungene Bildtransfer, der abgesehen von geringen Rauschmustern besonders farblich hervorragend wirkt, kaum noch ins Gewicht. Der 5.1-Sound spielt sich, wen wundert’s, überwiegend im Frontbereich ab.

 

Marcs Filmwertung

Höchst ungewöhnliches und außerordentlich skurriles Familien-Portrait mit erlesener Besetzung.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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Cast & Crew

Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb Buena Vista Home Entertainment kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
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