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Duell – Enemy at the Gates

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Duell – Enemy at the Gates

Enemy at the Gates

USA | Irland | GB | D 2001

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 131 Min.

Studio: Mandalay

Vertrieb: Paramount Home Entertainment

Filmzine-Review vom 04.09.2022

Stalingrad 1942: In der entscheidenden Schlacht an der Ostfront sorgt der heldenhafte Scharfschütze Vassily Zaitzev (Jude Law) mit seiner Trefferquote für einen gewaltigen Aufschwung der russischen Moral. Erst mit der Ankunft des deutschen Majors König (Ed Harris) bekommt Zaitzev einen ebenbürtigen Kontrahenten…

Betrachtet man die Einspielergebnisse von Jean-Jacques Annauds Duell – Enemy at the Gates, fällt auf, dass der Film seinerzeit ausgerechnet in Deutschland beim Publikum durchgefallen ist. Das könnte zum einen an der fehlenden emotionalen Wucht liegen oder aber einfach daran, dass es in den 1990ern mit Vilsmaiers Stalingrad bereits eine präzise Auseinandersetzung mit dem Thema gab. Der Anfang ist jedenfalls vielversprechend und erinnert ein wenig an Spielbergs Der Soldat James Ryan: Junge russische Soldaten werden in Booten über die Wolga transportiert und dabei von deutschen Luftangriffen grausam niedergemäht. Wer sich dennoch mit einem Sprung ins Wasser zu retten versucht, wird von den eigenen Offizieren wegen Feigheit erschossen. Nach dieser schockierenden Einführung entfernt sich Enemy at the Gates von der geschichtsträchtigen Stalingradschlacht und richtet den Blick fast ausschließlich auf das Duell der beiden Scharfschützen. In den Ruinen der Stadt belauern und bekämpfen sich der russische Volksheld und der Nazi-Major bis zum Showdown, der in seiner Machart schon fast an klassische Western erinnert. Ärgerlich ist dabei allerdings, dass der Film dem Publikum unterschwellig vorgaukelt, dass dieser (erfundene) Zweikampf den Ausgang der Schlacht um Stalingrad entscheidend beeinflusst hat. Ein weiterer Schwachpunkt ist die obligatorische Lovestory zwischen Jude Law und Rachel Weisz, die zwar glücklicherweise nicht übertrieben schmalzig-schnulzig präsentiert wird, aber trotzdem nur unnötig von der Haupthandlung ablenkt. Auch hat man Law schon wesentlich überzeugender agieren sehen, zumindest schauspielerisch verliert er sein Duell mit dem sensationellen Ed Harris klar nach Punkten. In einigen Mini-Nebenrollen gibt’s selbstverständlich einige deutsche Akteure zu sehen, u.a. Eva Mattes, Matthias Habich und Robert Stadlober.

Es ist kaum zu glauben, aber Duell – Enemy at the Gates ist hierzulande bisher tatsächlich nur als DVD erschienen. Zum 20-jährigen Jubiläum präsentiert Paramount den Titel nun erstmals auf Blu-ray. Davon profitiert insbesondere das Bild, für das ein neues 4K Master genutzt wird. Detailgenauigkeit und Schärfe sind nun deutlich besser und auch die Farben sind viel kräftiger. Einen technischen Rückschritt macht die Scheibe allerdings beim Sound, denn die deutsche 5.1-Tonspur der DVD wurde durch eine nicht mehr zeitgmäße Stereo(!)-Abmischung ersetzt. Wer also die MG-Salven oder Granateinschläge mit krachenden Surround-Effekten hören möchte, muss zwingend die englische Originalversion (Dolby TrueHD 5.1) auswählen. Die Bonusmaterialien wurden 1:1 übernommen, u.a. mit einem Making Of über die Dreharbeiten in Brandenburg.

 

Blu-ray Extras

  • Making Of – Durch das Fadenkreuz (20 min)
  • Einblicke in „Duell – Enemy at the Gates“ (15 min)
  • 9 Deleted Scenes (10 min)
  • Original-Kinotrailer
  • Wendecover

 

Marcs Filmwertung

Technisch perfekt inszeniertes und prominent besetztes Stalingrad-Kriegsepos mit leichten inhaltlichen Mängeln.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
Beste Serie aller Zeiten: The Wire

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