Last Night in Soho

© Universal Pictures Germany GmbH

Last Night in Soho

GB / USA  2021

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 117 Min.

Vertrieb: Universal Pictures Home Entertainment

Filmzine-Review vom 03.02.2022

Die junge Eloise „Ellie“ Turner (Thomasin McKenzie) ergattert einen Studienplatz am London College of Fashion und erhofft sich, ihren Traum als Modedesignerin verwirklichen zu können. Doch in der Großstadt wird das scheue Landei zunächst von ihren garstigen Kommilitoninnen gemobbt und sucht sich eine private Dachgeschosswohnung bei der strengen Miss Collins (Diana Rigg). Hier fühlt sich die von den 60er Jahren besessene Modestudentin, die ab und zu von Visionen ihrer toten Mutter heimgesucht wird, sichtbar wohl. In ihren Träumen wird sie prompt in die swingende Vergangenheit der Hauptstadt zurückversetzt und beobachtet die aufstrebene Sängerin Sandie (Anya Taylor-Joy). Zeitweise verschwimmen die beiden zu einer Person, was bei Ellie für zunehmende Irritationen sorgt: Ist Sandie nur ein Hirngespinst ihrer Fantasie oder gibt es tatsächlich eine Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit?

Nach seinem ersten erfolgreichen Hollywood-Ausflug (Baby Driver) kehrt der britische Regisseur Edgar Wright zurück in seine Heimat und taucht mit Last Night in Soho in das titelgebende, knallrot leuchtende Londoner Vergnügungsviertel der Mitt-Sechziger ab. Als Filmemacher legt Wright sein technisch anspruchvollstes Werk ab: Mit aufwendigen, minutiös geplanten Kamerafahrten, echten Hingucker-Sets (u.a. einem tollen Plakat zum 1965er-Bond Feuerball), schmissigen Musicalnummern und der in Neonlicht getauchten Farbdramatugie ist der Film ohne Frage ein visueller Hochgenuss. Als packender Psychothriller funktionert das Ganze aber nur bedingt, auch weil Wright sein Publikum zunächst zu lange im Dunkeln lässt und man nicht weiß, wohin die Reise gehen soll. In der zweiten Hälfte verschwimmen Traum und Realität immer mehr und es entfalten sich einige alptraumhafte Visionen, doch richtig gruselig sind die Geistererscheinungen (z. B. in der ausufernden Bibliotheksszene) meistens nicht. Die Besetzung ist dagegen fabelhaft: Thomasin McKenzie als introvertiertes Landei in der großen Stadt und Anya Taylor-Joy als betörende Nachtclubsängerin ergänzen sich hervorragend. In den Nebenrollen sind zudem mit Rita Tushingham, Diana Rigg und Terence Stamp einige britische Ikonen der Swinging Sixties gecastet.

Wie schon bei den vergangenen Wright-Filmen ist auch Last Night in Soho vollgepackt mit Extras und Hintergrundinformationen. Der Regisseur ist nicht nur auf gleich 2 Audiokommentaren zu hören, sondern zeigt auch in den Features große Präsenz und erklärt den einen oder anderen inszenatorischen Kniff. Bild und Ton der Blu-ray sind exzellent, doch erst im 4K-Format entfaltet dieses visuelle Spektakel seine ganze Pracht.

 

Blu-ray Extras:

    • Audiokommentar mit Regisseur Edgar Wright, Cutter Paul Machliss und Komponist Steven Price
    • Audiokommentar mit Regisseur Edgar Wright und Co-Autorin Krysty Wilson-Cairns
    • Das ist Eloise (10 min)
    • Sandies Träume (9 min)
    • Schall und Rauch (13 min)
    • Auf den Straßen von Soho (9 min)
    • Zeitreisen (11 min)
    • 6 unveröffentlichte Szenen (9 min)
    • Animatics (4-teilig, 13 min)
    • Musikvideo „Downtown“ (5 min)
    • Haar- und Make-up-Tests (7 min)
    • Beleuchtungs- und Visuelle Effekte-Test (6 min)
    • Weitwinkel-Referenz-Kamera (2 min)
    • Acton Townhall Steadicam Probe (1 min)
    • Steadicam Alternative Aufnahme (2 min)
    • 2 Kinotrailer
    • Wendecover

 

Marcs Filmwertung

Visuell betörender Psycho-Trip in die Swinging Sixties. Unbedingt sehenswert, auch wenn die ganz großen Thrills fehlen.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
Beste Serie aller Zeiten: The Wire

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