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Suspiria

© Capelight Pictures

Suspiria

Italien / USA 2018

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 152 Min.

Vertrieb: Koch Media Home Entertainment

Filmzine-Review vom 18.04.2019

Deutschland 1977: Die hochtalentierte Balletttänzerin Susie Bannion (Dakota Johnson) reist aus den USA ins winterliche West-Berlin, um an einer renommierten Tanzakademie unter Leitung der legendären Madame Blanc (Tilda Swinton) ihren Traum zu verwirklichen. Zwischen Susie und Madame Blanc entwickelt sich schnell eine feste Bindung, doch an der Akademie geschehen zunehmend mysteriöse Dinge: Mittänzerinnen wie Patricia Hingle (Chloë Grace Moretz) verschwinden spurlos und außerhalb des Gemäuers schöpft der Psychiater Josef Klemperer (hinter der Maske kaum zu erkennen: wiederum Tilda Swinton) Verdacht und stößt auf Informationen, die auf einen okkulten Hexenzirkel schließen…

Dario Argentos Suspiria war ohne Frage einer der stillbildenden italienischen und europäischen Horrorfilme der 1970er Jahre. Mit virtuoser, knallbunter Farbgestaltung und mit Hilfe des Soundtracks der Prog-Rock Band The Goblins gelang Argento ein unvergesslicher Bilderrausch, der längst Kult geworden ist. Keine leichte Aufgabe also für Luca Guadagnino, der zuletzt mit dem berührenden Liebesdrama Call Me By Your Name einen Welterfolg feiern konnte. Für das Remake verlegt er den Ort des Geschehens von Freiburg nach West-Berlin, direkt in den Deutschen Herbst 1977, mit zahlreichen Anspielungen an die RAF, Stammheim und die Entführung der „Landshut“. Auch die Ästhetik ist eine vollkommen andere: Während Innenaufnahmen von gedämpften Brauntönen durchzogen werden, setzt sich die allgemeine Depri-Stimmung auf den Straßen Berlins durch düsteres Winterwetter fort. In die Soundtrack-Fußstapfen von Gobblin tritt nun Radiohead-Frontman Thom Yorke. Für verstörende visuelle Momente sorgen die intensiven Tanzeinlagen, zum Beispiel wenn Susie sich in Ekstase tanzt und dabei gleichzeitig mit ihren Bewegungen den Körper ihrer Konkurrentin im Raum nebenan schmerzhaft verformt. Abgesehen von dieser Sequenz und einigen eingesprenkelten Alpträumen sind die puren Horrorelemente überschaubar, bis Guadagnino dann in einem entfesselten, sehr blutigen Finale die Hexen der Finsternis aufeinander loslässt. Schauspielerisch überzeugt die geballte Frauenpower von Dakota Johnson und Mia Goth bis zu Tilda Swinton, die in der Originalversion im Gegensatz zu ihren jüngeren Kolleginnen keinerlei Probleme mit der deutschen Sprache hat.

Suspiria erscheint im Heimkino nicht nur als Single-Blu-ray oder 4K UHD sondern auch in diversen weiteren reizvollen Versionen. Während das Mediabook mit zahlreichen Extras eine gute Wahl bietet, richtet sich die monumentale, auf 3000 Stück limitierte Ultimate Edition mit insgesamt 10 Discs und beiden Suspiria-Filmen an die Sammler von Liebhaber-Stücken.

 

Blu-ray Extras:

    • Original Trailer & dt. Trailer
    • Original Teaser & dt. Trailer
    • Wendecover

 

Marcs Filmwertung

Faszinierendes, stellenweise hypnotische Arthouse-Variante des großen Argento-Klassikers mit kleineren Schwächen.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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Leserwertung

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