No Country For Old Men

© Paramount Home Entertainment

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No Country For Old Men

USA 2007

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 117 Min.

Studio: Miramax Films | Paramount Pictures

Vertrieb: Paramount Home Entertainment

Filmzine-Review vom 14.10.2008

Vietnam-Veteran und Hobby-Jäger Llewelyn Moss (Josh Brolin) entdeckt bei einem seiner Streifzüge in einem texanischen Wüstengebiet die blutigen Überreste eines fehlgeschlagenen Drogendeals. Zwischen den herumliegenden Leichen, Kadavern von Kampfhunden und zerschossenen Trucks schnappt er sich einen Koffer mit zwei Millionen Dollar. Das fehlende Geld wird natürlich schnell vermisst und ehe Llewelyn sich versieht, wird er von einem betagten Sheriff (Tommy Lee Jones) und einem psychopathischen Killer (Javier Bardem) verfolgt…

Mit dem rabenchwarzen No Country For Old Men finden die Coen-Brüder nach zuletzt einigen schwächeren Filmen wieder zurück zur alten Form. Tatsächlich dürfte das mit vier Oscars ausgezeichnete Werk der beste Coen-Film seit Fargo sein. Als Vorlage diente der gleichnamige Roman von Cormac McCarthy, dessen melancholische und sparsame Dialoge wie geschaffen sind für das einzigartige Coensche Filmuniversum. Der lakonische Mix aus Charakterstudie, Neo-Western und Thriller-Groteske bietet neben handwerklicher Perfektion zusätzlich drei großartige Darsteller in den Hauptrollen. Josh Brolin (demnächst als GW Bush in Oliver Stones W.) glänzt als anfangs selbstsicherer Gejagter der zunehmend die Kontrolle verliert, während Tommy Lee Jones in der Rolle des kurz vor dem Ruhestand stehenden Gesetzeshüters für notwendigen moralischen Rückhalt sorgt. Den Vogel schießt aber Javier Bardem als kaltblütiger Killer Anton Chigurh ab. Mit einer Pressluftflasche bewaffnet wandelt Chigurh durch die Szenerie und setzt seinen Opfern das Bolzenschussgerät, das eigentlich als Tötungsinstrument für Rinder gedacht ist, direkt auf die Stirn. Mit dieser Performance gelingt dem wandlungsfähigen spanischen Charakterdarsteller der wahrscheinlich eindringlichste Bösewicht-Auftritt, seit Hannibal Lector in Das Schweigen der Lämmer zu Tisch gebeten hat.

Die DVD-Releases der Coen-Brüder sind mit Ausnahme der (amerikanischen) Fargo Special Edition und The Man Who Wasn’t There fast schon chronisch schwach ausgestattet. No Country For Old Men bildet in dieser Hinsicht leider keine Ausnahme. Immerhin hält das Making of einige gute Interviews mit dem Regie-Brüderpaar und den Darstellern parat. Insgesamt aber für ein Meisterwerk dieses Kalibers eine enttäuschende Bonus-Sektion.

 

Marcs Filmwertung

Die Coen-Brüder zurück in alter Form: Böser Geniestreich mit Kultfilmpotential.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb Paramount Home Entertainment kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
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