Saw (Director’s Cut)

© Kinowelt Home Entertainment

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Saw (Director’s Cut)

USA 2004

FSK: ab 18 Jahren

Länge: ca. 99 Min.

Studio: Lion’s Gate Films

Vertrieb: Kinowelt Home Entertainment

Filmzine-Review vom 02.08.2005

Zwei Männer (Cary Elwes und Co-Autor Leigh Whannell) werden in einem verdreckten Loch eingesperrt. Beide sind mit schweren Ketten an Rohre gefesselt. Sie kennen sich nicht und wissen auch nicht, wer der Tote ist, dessen Blut sich zwischen ihnen auf dem Boden ausbreitet. Offenbar treibt ein Psychopath ein böses Spiel mit ihnen…

Mit Saw, dem Erstling des australischen Regisseurs James Wan erhielt das zuletzt arg überstrapazierte und nur noch mäßig interessante Serial Killer-Genre eine überfällige Frischzellenkur. Zwar klaut Wan bei vielen seiner Kollegen, doch mit seinen zahlreichen stilistischen David Fincher-Referenzen (in erster Linie natürlich Se7en) hat er sich zumindest das richtige Vorbild ausgesucht. Und dafür, dass das ganze Projekt mit einem Budget von knapp über einer Million Dollar auskommen musste, sieht der fiese Schocker richtig gut aus. Clevere eingestreute Rückblenden erzählen die Vorgeschichte zum Horror-Szenario und führen schließlich den überaus makabren Serienmörder ein. Und gerade die Sequenzen, in denen der „Jigsaw“-Killer seine potentiellen Opfer mit ausweglosen Aufgaben konfrontiert, haben es in sich. So muss beispielsweise eine junge Frau innerhalb von drei Minuten einen Schlüssel finden, um sich eine um ihren Kopf geschnallte Bärenfalle zu entfernen. Das Problem ist nur, dass sich der Schlüssel im Magen eines bewusstlosen Mitinhaftierten befindet. Ein anderes Opfer muss sich seinen Weg in die Freiheit durch messerscharfen Stacheldraht bahnen und wird brutal aufgeschlitzt. Die Beispiele zeigen: das Drehbuch ist ziemlich morbide und der Schocker ist auf keinen Fall was für Zartbesaitete. Und auch wenn die Logiklöcher gegen Ende zusehends größer werden, für Horror-Fans ist der Film eine der Entdeckungen der jüngeren Vergangenheit.

Die DVD zum Low Budget-Thriller gibt’s direkt in dreifacher Ausführung: als geschnittene und überflüssige 16er-Version (mit einem runden FSK 16-Sticker auf der Vorderseite), als (unwesentlich längeren) Director’s Cut und als Collector’s Edition (mit Kinofassung, Director’s Cut, Extras, dickem Booklet und der Soundtrack-CD von Ex-Nine Inch Nails Charlie Clouser). Wie immer gilt: je edler die Ausstattung, desto größer das Loch im Portemonnaie.

 

Marcs Filmwertung

Perfider, kleiner Schocker mit großer Wirkung und dreckiger Optik.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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