Snowden

Snowden | © Universum Film

© Universum Film

Snowden

Frankreich | Deutschland | USA 2016

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 135 Min.

Studio: Krautpack Entertainment | Endgame Entertainment | Vendian Entertainment

Vertrieb: Universum Film

Filmzine-Review vom 12.04.2017

Am 03. Juni 2013 ging Edward Snowden einen Schritt, der sein Leben und die Welt für immer verändern würde. Er traf in einem Hotel in Hong Kong die Filmemacherin Laura Poitras und den Journalisten Glenn Greenwald – und enthüllte ihnen gegenüber seine Kenntnisse über die geheimen Abhörtechniken der us-amerikanischen Geheimdienste, für die er zuvor jahrelang gearbeitet hatte.

Zwei Jahre ist es her, dass Filmemacherin Laura Poitras uns mit ihrer eindringlichen Dokumentation Citizenfour die Spionage-Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden hat miterleben lassen – direkt aus dem Hotel The Mira in Hong Kong. Wem die thrillereske Doku noch nicht spannend genug war, der kann sich die Geschichte Edward Snowdens nun auch als Spielfilm anschauen. Und das von niemand Geringerem als Altmeister Oliver Stone. Der hat ja zum Beispiel mit Platoon, JFK und Nixon bereits bewiesen, dass er sich auf die Dramatisierung entscheidender Momente der us-amerikanischen Geschichte bestens versteht und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt. Snowden macht da keine Ausnahme.

Aufgrund der zeitlichen Nähe zu den Geschehnissen – Snowdens Aufdecken der NSA-Überwachung ist gerade mal 4 Jahre her – und der noch unklaren Zukunft Snowdens war für die filmische Aufbereitung diesmal allerdings besondere Sensibilität vonnöten. Denn Stone geht mit seinem Film einen schmalen Grat zwischen historischer Korrektheit, filmischer Dramatisierung und dem nicht ganz unwichtigen, kleinen Fakt, dass Snowden in den USA noch immer als Krimineller betrachtet wird, und alles, was er etwa über das Herausschmuggeln der Daten aus der Behörde verrät, ihm in einer eventuellen zukünftigen Gerichtsverhandlung zum Verhängnis werden könnte. Deshalb ist sicherlich nicht alles, was man im Film zu sehen bekommt, tatsächlich genauso passiert – gänzlich aus der Luft gegriffen wird es allerdings auch nicht sein. Denn immerhin hat Edward Snowden höchstpersönlich bei der filmischen Umsetzung so mancher Ereignisse mitgeholfen (die sensationelle Zauberwürfel-Szene etwa ist wohl auf seinen Vorschlag hin entstanden).

Und möglichst nah an der Realität zu bleiben, war Regisseur Stone aller künstlerischen Freiheit zum Trotz wichtig. So drehte er zum Beispiel direkt im Hotel The Mira in Hong Kong und fuhr mit dem Team auch für einige Tage in die USA, um vor Ort filmen zu können – aufgrund der politischen Brisanz des Films kein einfacher Schritt. Dabei ist Snowden in allererster Linie nicht politisch, sondern sehr persönlich. Denn das Drama zeigt, wie aus einem patriotischen, von seinem Land voll und ganz überzeugten Soldaten ein Whistleblower wurde, der es nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren konnte, für sich zu behalten, was er Tag für Tag in den Geheimdiensten seines Landes erlebte. Wie er zunächst irritiert, dann ungläubig zusah, auf welche Daten er und seine Kollegen zugreifen konnten, wie aus anfänglichem Unwohlsein Empörung und schließlich ein folgenschwerer Entschluss wurde.

Dass der Film seine Zuschauer trotz des ja allseits bekannten (vorläufigen) Endes der Geschichte fesselt und mitreißt, ist sicherlich Stones Inszenierungsgeschick, aber auch den sensationellen Schauspielern zu verdanken. Joseph Gordon-Levitt mimt den zum Helden gewordenen Systemadministrator so authentisch, dass es beinahe unheimlich ist. An seiner Seite sorgt Shailene Woodley in ihrer Rolle als Snowdens Freundin Lindsay Mills dafür, dass man neben dem Agenten und IT’ler auch den privaten Menschen Snowden zumindest ansatzweise kennenlernt. Und so die Beweggründe hinter seiner weitreichenden Entscheidung ebenso verstehen lernt wie die Tragweite, die sein Entschluss für ihn ganz persönlich hatte.

 

Katjas Filmwertung

Wie kommt ein Mensch dazu, sein Leben aufzugeben, um das Richtige zu tun? Der Mensch hinter dem meistgesuchten Helden unserer Zeit – von Altmeister Oliver Stone gekonnt in Szene gesetzt.

Katja

Katja

Originalton-Verfechterin, Fantasy- und Serien-Fan. Schaut gerne spanische und französische Filme, um den Kopf ein-, sowie auch mal Bollywood und gute RomComs, um ihn auszuschalten.

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Leserwertung

Eure Leserwertung:
[Gesamt:4    Durchschnitt: 4.5/5]

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Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb Universum Film kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
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