Tropic Thunder

© Paramount Home Entertainment

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Tropic Thunder

USA 2008

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 102 Min.

Studio: DreamWorks Animations SKG

Vertrieb: Paramount Home Entertainment

Filmzine-Review vom 18.02.2009

Eine Gruppe von verzogenen und divenhaften Hollywoodstars dreht in Südostasien einen Vietnamkriegsfilm im großen Stil. Nach diversen Budgetüberschreitungen schickt der überforderte Regisseur seine Darsteller in den Dschungel. Diese vermuten für eine möglichst realistische Darstellung überall versteckte Kameras und spielen munter in ihren Rollen weiter. Als sie jedoch auf eine Drogenbande treffen, fliegen der Gruppe plötzlich echte Kugeln um die Ohren…

Mit einem Blockbuster-Budget von 100 Millionen Dollar und einer namhaften Allstar-Besetzung verulkt Komiker Ben Stiller in Tropic Thunder nicht nur den amerikanischen Helden-Kriegsfilm à la Platoon, sondern zieht nebenbei die Traumfabrik Hollywood gekonnt durch den Kakao. Schon der Einstieg ist grandios: Die drei Stars Tugg Speedman (Stiller), Kirk Lazarus (Robert Downey Jr.) und Jeff Portnoy (Jack Black) werden in imaginären Trailern eingeführt, Speedman als tumber Action-Hero, Lazarus in einem affigen Homo-Mönchsdrama (mit Tobey Maguire als Lover) und Jack Black in einer debilen Furzkomödie. Mit viel Mut zur Selbstparodie geht es mit dem Trio dann bei den Chaos-Dreharbeiten im Dschungel weiter. Für die größten Lacher sorgt dabei \“Method Actor\“ Lazarus, der sich für seinen Film-im-Film-Auftritt als Afroamerikaner einer Hautfärbung unterzog und in seiner neuen Identität voll aufgeht. Robert Downey Jr. gelingt dies so überzeugend, dass er sogar für einen Oscar nominiert wurde (und diesen auch gewinnen würde, wenn er nicht Heath Ledger als Konkurrenten hätte). Ebenfalls ein echter Brüller ist der Kurzauftritt von Tom Cruise (mit Halbglatze und Fett-Anzug kaum zu erkennen), der als cholerischer und skrupelloser Mega-Produzent seine Umgebung quält. Einzig die obligatiorischen Slapstick-Einlagen des sonst immer verlässlichen Jack Black sind teilweise allzu plump geraten und verwässern den guten Gesamteindruck ein wenig.

Die Extras der DVD sind zum Teil ähnlich aberwitzig wie der Film: Den Audiokommentar moderiert Robert Downey Jr. zum Beispiel konsequent aus der Perspektive von Kirk Lazarus. Kurz und skurril ist der Make-Up Test mit anschließender Tanznummer von Tom Cruise. Einige Bonus-Highlights sowie der längere Director’s Cut sind in Deutschland jedoch nur exklusiv auf der Blu-ray erschienen. Es fehlt u.a. die köstliche Fake-Doku \“Rain of Madness\“, in der Co-Autor Justin Therous als exzentrischer deutscher Regisseur Jan Jürgen eine Art Produktionstagebuch führt und damit eine herrliche Parodie auf die Apocalypse Now-Reportage Heart of Darkness abliefert.

 

Marcs Filmwertung

Actiongeladene Kriegsfilm-Parodie mit einem großartigen Robert Downey Jr. und tollen Cameo-Auftritten.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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