Wie beim ersten Mal

© Universum Film

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Wie beim ersten Mal

Hope Springs

USA 2012

FSK: ab 6 Jahren

Länge: ca. 100 Min.

Studio: Columbia Pictures | Mandate Pictures | MGM | Film 360 | Escape Artists | Tomkats Catering

Vertrieb: Universum Film

Filmzine-Review vom 07.03.2013

Kay (Meryl Streep) und Arnold (Tommy Lee Jones) sind seit 30 Jahren verheiratet, leben aber schon seit längerem in einer immer wiederkehrenden Alltagsroutine nur noch nebeneinander her. Kay will sich jedoch nicht damit abfinden, dass ihre Ehe zu einer reinen Zweckgemeinschaft mutiert ist. Als ihre zaghaften Annäherungsversuche vehement abgeschmettert werden, nötigt sie Arnold, an einer einwöchigen Intensiv-Eheberatung teilzunehmen…

Macht es Spaß, einem fremden Paar bei der Paartherapie zuzuschauen? Die Antwort hierauf kann nach einem Filmabend mit Wie beim ersten Mal nur heißen: nein – im Gegenteil: es tut weh! Es mag ein Verdienst toller Schauspielleistungen sein, dass man sich bei den schmerzhaft intimen Gesprächen wie ein Eindringling fühlt, aber das ändert nicht viel an der Tatsache, dass man sich die ersten Dreiviertel des Films eigentlich konstant fragt: was mache ich eigentlich hier? Und noch mehr: was machen die beiden eigentlich dort? Denn die hölzernen, gestelzten und völlig unnatürlichen Annäherungsversuche, die Kay und Arnold von ihrem Therapeuten Dr. Feld (Steve Carrell) als „Hausaufgaben“ aufbekommen, sind teils so abstrus, dass sie wiederum alles andere als lebensnah und authentisch wirken, so viel Mühe sich die Protagonisten auch geben mögen…

Hope Springs – so der englische Originaltitel – spaltet die Geister: zwischen Lobeshymnen und Verrissen gibt es nicht viel Mittelmaß. Die einen finden, das Thema Sex und Liebe im Alter sei hier wunderbar thematisiert und sensibel aufgearbeitet, andere empfinden den Film gar als nette, seichte Komödie – ich gehöre zu der Fraktion Zuschauer, denen das Zuschauen einfach nur wehgetan hat. Zumindest bis zum letzten Viertel des Films, in dem plötzlich stereotype Schuldzuweisungen etwas aufbrechen und man beispielsweise einen ersten Blick hinter die harte Fassade des grummeligen, abweisenden Ehemanns werfen kann. Aber auch das viel zu schnell herbeigestrickte Happy End, dem der Film (neben der Personalie Steve Carrell) wohl das Label „Komödie“ zu verdanken hat, kann das hervorragend gespielte und wunderschön fotografierte Drama (Florian Ballhaus war für die Kamera zuständig) nicht mehr retten…

Warum Wie beim ersten Mal eine FSK 6-Freigabe bekommen hat, ist im Übrigen kaum nachvollziehbar: in diesem Film dreht sich fast alles ausschließlich um Sex und auch wenn es keine klassischen Nacktszenen zu sehen gibt, dürften alleine die Gespräche beim Therapeuten die meisten Kinder reichlich irritiert, wenn nicht verstört hinterlassen…

 

Katjas Filmwertung

Paartherapie zum Zuschauen: starke Schauspieler in einem Beziehungsdrama mit vielen Abgründen – aus denen der Film leider nur bedingt wieder herauskommt…

Katja

Katja

Originalton-Verfechterin, Fantasy- und Serien-Fan. Schaut gerne spanische und französische Filme, um den Kopf ein-, sowie auch mal Bollywood und gute RomComs, um ihn auszuschalten.

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Leserwertung

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[Gesamt:1    Durchschnitt: 3/5]

Cast & Crew

Diese DVD/Blu-ray wurde uns vom Vertrieb Universum Film kostenlos zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Unsere Bewertung ist davon jedoch nicht beeinflusst und gibt die unabhängige, persönliche Meinung des jeweiligen Rezensenten wieder.
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