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48 Stunden

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48 Stunden – Double Feature (Mediabook)

48 Hrs. / Another 48 Hrs

USA 1982 & 1989

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 97 Min. & 95 Min.

Vertrieb: Universal Pictures Germany GmbH

Filmzine-Review vom 09.09.2021

Nachdem sich Gewaltverbrecher Albert Ganz (James Remar) und sein indianisch-stämmiger Kumpel Billy Bear (Sonny Landsdale) den Weg aus dem Gefängnis gebahnt haben und auf der Suche nach einer halben Million Dollar aus einem Coup zwei Polizisten erschossen haben, wird Jake Cates (Nick Nolte) auf den Fall angesetzt. Als Lockvogel dient ihm Reggie Hammond (Eddie Murphy), ein ehemaliger Komplize des Verbrechers, der für 48 Stunden aus dem Gefängnis entlassen und von Cates zur Zusammenarbeit gezwungen wird. Das ungleiche Duo versteht sich allerdings überhaupt nicht…

Als Regisseur harter und schnörkelloser Macho-Action hat sich Walter Hill in den 1980ern einen großen Namen erarbeitet. Sein erster kommerzieller Hit (nach Meisterwerken wie Southern Comfort und Die Warriors) war Nur 48 Stunden aus dem Jahr 1982. Die denkbar einfache Formel – ein ungleiches Paar im Polizeidienst muss sich auf Biegen und Brechen zusammenraufen – sorgte in den Achtziger Jahren für einen wahren Boom von Buddy-Cop-Movies und startete nebenbei die Weltkarriere von Eddie Murphy. Ursprünglich war der Stoff für Clint Eastwood (und Richard Pryor) gedacht, doch der Regisseur war zufällig mit der Agentin von Eddie Murphy liiert, den man zu dieser Zeit in erster Linie aus seinen Saturday Night Live-Auftritten kannte. Zusammen mit dem grummeligen Nick Nolte ist er hier in permanente Machtkämpfe verwickelt, wobei es häufig um rassistische Vorurteile geht. In der ohne Frage besten und berühmtesten Sequenz mischt Murphy mit Polizeimarke eine Südstaaten-Country-Bar voller Rednecks auf („I am your worst nightmare, a n***er with a bagde!“). Auch die rasante Action quer durch die Bars und Straßen von San Francisco kann sich 40 Jahre später immer noch gut sehen lassen. Mit James Remar und Sonny Landham (aus Predator) verfügt Nur 48 Stunden zudem über ein furchteinflößendes Bösewicht-Duo.

Über das Sequel (Und wieder 48 Stunden) braucht man nicht allzu viele Worte verlieren: Eddie Murphy wollte unbedingt eine Fortsetzung, doch diese blieb deutlich hinter den Erwartungen und Möglichkeiten zurück. Das Drehbuch könnte glatt als Remake (inklusive der Roxanne-Nummer im Gefängnis) durchgehen, auch wenn es diesmal gegen Biker-Killer und einen ominösen Drogengangster namens „Iceman“ in den eigenen Polizei-Reihen geht. Hill startet den Film mit einer tollen Hommage an Sergio Leones Spiel mir das Lied vom Tod und punktet mit gewohnt knackiger Action, doch Spannung und anfängliche Ironie bleiben schnell auf der Strecke.

Mit einem neuen, erstaunlich hochwertigen Bildtransfer verdient sich der 80er-Jahre-Genreklassiker ein längst überfälliges Heimkino-Upgrade. Die schlappe Erstauflage kann man somit endgültig in die Tonne kloppen. Mit dabei sind zudem zwei neue Bonusfeatures, in denen Regisseur Walter Hill aus dem Nähkästchen plaudert. Als Sahnehäubchen hat Paramount dem Double Feature ein hübsches, dickes Mediabook spendiert.

Blu-ray Extras:

    • Filmmaker Focus: Regisseur Walter Hill über „Nur 48 Stunden“ (19 min)
    • Space Kid – Original Animationsclip von 1966 (6 min)
    • Original-Kinotrailer zu beiden Teilen
    • Filmmaker Focus: Regisseur Walter Hill über „Und wieder 48 Stunden“ (15 min)
    • 40-seitiges Booklet

 

Marcs Filmwertung

Rasanter Buddy-Cop-Klassiker aus den 80er-Jahren, der Eddie Murphy zum Weltstar machte. Das schicke Mediabook beinhaltet auch die (schwächere) Fortsetzung, die somit erstmals auf Blu-ray-Premiere erscheint.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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