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Belfast

© Universal Pictures Home Entertainment

Belfast

Irland 2021

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 98 Min.

Vertrieb: Universal Pictures Home Entertainment

Filmzine-Review vom 19.05.2022

 

Irland, 1969. Buddy (Jude Hill) wächst mit seinem großen Bruder, seiner Mutter und seinen Großeltern (Judi Dench und Ciarán Hinds) in Belfast auf. Weil es in Irland keine Arbeit gibt, arbeitet Pa (Jamie Dornan) in London und ist nur selten zu Hause, sodass sein Opa zur Vaterfigur wird. Pas großer Traum ist ein Neuanfang in Sidney oder Kanada, doch der dauerverschuldeten Arbeiterfamilie sind die Hände gebunden. Außerdem möchte Ma (Caitriona Balfe) ihre Heimat nicht verlassen. Die Nachbarschaft ist ihre Familie. Aber dann bekommt Pa ein verlockendes Angebot aus London…

Für Regisseur Kenneth Brennagh ist Belfast ein sehr persönlicher Film geworden, in dem er Ereignisse und Erinnerungen seiner eigenen Kindheit verarbeitet. Besonderen Fokus legt er dabei auf die Rolle der Familie und den starken Zusammenhalt der Gemeinschaft. Er zeigt die Welt aus der Sicht eines 9-Jährigen, der mit seiner Cousine und seinem Bruder Unfug anstellt, sich von seinen herzensguten Großeltern Lebensweisheiten erklären lässt, sich in der Schule ins Zeug legt, um seinen heimlichen Schwarm, die Klassenbeste, zu beeinrucken, sehnsüchtig den nächsten Besuch von Pa erwartet und die Straßentumulte zwischen Protestanten und Katholiken mal als beängstigend, mal als großes Abenteuer erlebt. Die unaufgeregt erzählte Geschichte in ausdrucksstarken Schwarzweiß-Bildern berührt, beeindruckt und wirkt lange nach. Das ist nicht zuletzt auch der hervorragenden Besetzung zu verdanken: Mit Jamie Dornan und Ciarán Hinds sind zwei geborene Belfaster mit am Start. Judi Dench, die ebenfalls irische Wurzeln hat, verkörpert die Bilderbuch-Oma, die Brennagh offenbar in sehr zärtlicher Erinnerung hat, als sensiblen Ruhepol mit großem Herz. Als wahrer Glücksgriff entpuppt sich aber der 11-jährige Jude Hill, ein absolutes Ausnahmetalent, der in seiner ersten Rolle überhaupt die reine Wucht ist und den Film mühelos schultert. Brennagh gelingt mit Belfast nicht nur ein eindringliches Porträt einer gespaltenen Gesellschaft, sondern auch ein schlichtweg schöner Film, der ihm unter mehreren Nominierungen schließlich den Oscar für das beste Original-Drehbuch einbrachte.

In den Extras erfahren wir, dass Kenneth Brennagh und Ciarán Hinds nur eine Meile voneinander entfernt aufwuchsen und daher sehr ähnliche Erinnerungen an besagte Zeit haben. Brennagh erzählt außerdem von der Arbeit mit den Jungdarstellern und der originalgetreuen Nachbildung des Straßenzugs, in dem die Geschichte im Prinzip ausschließlich spielt.

 

Blu-ray Extras:

    • Audiokommentar mit Drehbuchautor/Regisseur Kenneth Branagh
    • Alternatives Ende (6 min)
    • Unveröffentlichte Szenen (3 min)
    • Eine Stadt voller Geschichten – Die Entstehung von „Belfast“ (10 min)
    • Unser inneres Kind (2 min)

 

Ninas Filmwertung

Eindringlich erzählte und sehr persönliche Familiengeschichte vor dem Hintergrund des Nordirland-Konflikts.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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