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Legacy – Das Erbe der Menschheit

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Legacy – Das Erbe der Menschheit

Legacy, notre héritage

F 2021

FSK: ab 0 Jahren

Länge: ca. 100 Min.

Vertrieb: Polyband

Filmzine-Review vom 02.10.2022

Den Bildband „Die Erde von oben“ des Fotografen Yann Arthus-Bertrand mit der herzförmigen Lichtung eines Mangrovenwalds auf dem Cover kennen wir alle, 2004 erschien der zugehörige Kinofilm. Zwölf Jahre nach seinem Dokumentarfilm Home und 7 Jahre nach Human wendet sich der französische Umweltschützer nun mit Legacy – Das Erbe der Menschheit mit einer aktuellen Bestandsaufnahme unseres Planeten erneut an die Öffentlichkeit.

Stellt man sich die Entstehungsgeschichte unserer Erde bis zum heutigen Zeitpunkt als einen Tag mit 24 Stunden vor, so entstand gegen 6 Uhr morgens erstes Leben in den Ozeanen, gegen 22 Uhr erstes Leben an Land und erst um 23:58:43 trat der Mensch auf die Bildfläche. Und doch hat kein Lebewesen die Erde derart radikal verändert. Dabei sind wir auf den ersten Blick von der Natur nicht gerade vorteilhaft ausgestattet worden: keine Reißzähne, keine Klauen, keine Panzer, wir können nicht fliegen, schlecht schwimmen und klettern und verhältnismäßig langsam laufen. Was uns als Spezies auszeichnet, sind Intelligenz und Kooperationsfähigkeit. Diese Eigenschaften haben uns nicht nur das reine Überleben ermöglicht, sondern wir haben damit regelrecht die Kontrolle über die Natur übernommen. Natürliche Mechanismen, die sonst Populationen eindämmen, wie Fressfeinde, Futterknappheit oder Wetterveränderungen, können uns nichts anhaben. Der Mensch erfindet Lösungen gegen alle Hindernisse, die ihm die Natur in den Weg zu werfen versucht: Frost, Dürre, Schädlinge? Gewächshäuser, Bewässerungssysteme, Pestizide! Die Folgen sind ein exponentieller Bevölkerungsanstieg und ein Raubbau an der Natur, den unser Planet nicht mehr verkraftet. Die Dokumentation entwickelt gleich von Beginn an eine enorme Sogwirkung, man ist wie gebannt von den faszinierenden Aufnahmen ebenso wie von den erschreckend-ernüchternden-beängstigenden Fakten und Statistiken. Am liebsten möchte man sich Legacy in Zeitlupe ansehen, um das Gesagte angemessen verdauen zu können, aber auch um die betörend schönen Aufnahmen zu genießen. Mit fotografischem Auge fängt der Regisseur gekonnt den Kontrast zwischen atemberaubender Wildnis und menschengemachter Flächennutzung ein. Die Argumentationskette ist leicht nachvollziehbar und schlüssig aufgebaut und vermittelt interessante Zusammenhänge, die nicht unbedingt allen geläufig sein mögen. Und da man sich angesichts der schier unlösbar scheinenden Aufgabe, die Konsumgier, das ständige Streben nach Höher, Weiter, Schneller und vor allem Mehr, Mehr, Mehr, irgendwie aufzuhalten, umzukehren und in wieder halbwegs sinnvolle Bahnen zu lenken, schnell ohnmächtig und hilflos fühlt, gibt Arthus-Bertrand zum Schluss gleich eine ganze Reihe gut umsetzbarer Praxistipps, wie jede:r einen Beitrag leisten kann. Und nach der Laufzeit des Films sind es wieder 20.000 Menschen mehr auf der Welt…

 

Blu-ray Extras:

    • Trailer zu 3 weiteren Titeln

 

Ninas Filmwertung

Unbedingte Guck-Empfehlung! Diese wichtige Dokumentation muss man gesehen haben, denn die Thematik darf trotz akuter anderer Krisen nicht in Vergessenheit geraten.

Nina

Nina

Synchronisationsverweigerin. Steht auf Klassiker und hat eine Schwäche für Hitchcock, James Stewart und Cary Grant. Bevorzugt Independent-Kino und visuell aus dem Rahmen fallende Filme à la Tim Burton oder Wes Anderson.

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