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The Forgiven

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The Forgiven – Ohne Vergebung gibt es keine Zukunft

Großbritanien 2017

FSK: ab 12 Jahren

Länge: ca. 115 Min.

Vertrieb: Euro Video

Filmzine-Review vom 18.03.2020

Südafrika 1996. Ehemalige Funktionäre des Apartheid-Regimes können im Rahmen so genannter Wahrheits- und Versöhnungsprozesse vor der Truth and Reconciliation Commission (TRC) Anträge auf Amnestie stellen, indem sie sich uneingeschränkt zu ihren Taten bekennen. Vorsitzender der Kommission ist Erzbischof Desmond Tutu (Forest Whitaker), der sich direkt mit einem besonders heiklen Fall konfrontiert sieht: Piet Blomfeld (Eric Bana), ein berüchtigter inhaftierter Anführer eines Todesschwadrons und mehrfacher Mörder, möchte über eine mögliche Begnadigung verhandeln…

Mit The Killing Fields und natürlich Mission hat Roland Joffé in den 1980ern gleich zwei Klassiker des modernen Kinos gedreht. Ein frühes Karrierehoch möchte man meinen, denn seitdem agiert der britische Filmemacher in allen möglichen Genres überwiegend glücklos. Sein bereits 2017 an südafrikanischen Originalschauplätzen entstandenes Drama The Forgiven ist leider auch keine Rückkehr zur alten Form. Die eigentlich interessante Apartheid-Thematik, die auf dem Theaterstück „Der Erzbischof und der Antichrist“ basiert, gerät zur einer zähen und überlangen Aufarbeitung. Das kammerspielartige Psychoduell, das sich der unverbesserliche Rassist Bloomfield (eine fiktive Figur, die aber auf mehreren realen Personen basiert) und der um Versöhnung bemühte Erzbischof liefern, wird zudem immer wieder von einer arg konventionellen Rahmenhandlung im Hochsicherheitsgefängnis unterbrochen. Die schauspielerischen Glanzpunkte setzt ohne Zweifel ein physisch sehr präsenter Eric Bana, der sogar ein am Ende holprig eingeführtes Kindheitstrauma glaubhaft erscheinen lässt. Forest Whitaker, der eigentlich schon aufgrund seiner Größe nicht wirklich in die Rolle des eher zierlichen Erzbischofs und Nobelpreisträgers Desmond Tutu passt, kann hier nicht an die oscargekrönte Performance aus Der letzte König von Schottland anknüpfen, wo er den afrikanischen Diktator Idi Amin verkörperte.

 

Blu-ray Extras:

    • Dt. Tailer
    • Wendecover

 

Marcs Filmwertung

Kammerspielartiges, etwas zäh inszeniertes Apartheid-Aufarbeitungsdrama mit einem fulminanten Eric Bana als unverbesserlicher Rassist.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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[Gesamt: 6   Durchschnitt:  2.7/5]

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