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Die drei Tage des Condor

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Die drei Tage des Condor (4K UHD)

Three Days of the Condor

USA 1975

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 117 Min.

Vertrieb: Studiocanal

Filmzine-Review vom 21.05.2021

Hinter der amerikanischen Literaturgesellschaft mitten in Manhattan versteckt sich in Wahrheit ein CIA-Ableger. In dem unscheinbaren Gebäude entschlüsseln Joseph Turner (Robert Redford) und seine Kollegen Geheimbotschaften, die in regulären Publikationen versteckt sind. Als eines Tages die Abteilung von einem Killerkommando ausgelöscht wird, ist Turner (Codename Condor) dank eines glücklichen Zufalls der einzige Überlebende. Er versucht, die CIA über den Mordanschlag zu informieren, doch wem kann er noch trauen?

Zwischen 1971 und 1976 enstanden nicht nur viele Meisterwerke des New Hollywood, sondern auch essentielle Klassiker, die von Zweifel und Paranoia geprägt waren. Am berühmtesten ist wahrscheinlich Alan J. Pakulas Paranoia-Trilogie (Klute / Zeuge einer Verschwörung / Die Unbestechlichen), doch auch Werke wie Coppolas Der Dialog und eben Sydney Pollacks Die drei Tage des Condor gehören in diese Reihe von außergewöhnlichen Thrillern. Basierend auf dem eher mittelprächtichtigen Spionage-Roman „Die 6 Tage des Condor“ von James Grady gelang Pollack einer der besten Filme seiner langen Karriere. Perfekt fängt er den gesellschaftlichen Schockzustand nach Vietnam und Watergate ein, der sich wie ein langer Schatten über das Manhattan der Siebziger (inclusive Twin Towers) legt. Und natürlich ist hinter jeder überdimensionalen Sonnenbrille und bei jedem geheimen Treffen die nächste Verschwörung im Anmarsch. Abgesehen von Redfords leicht unglaubwürdiger Affäre mit Faye Dunaway und den ganzen analogen Telefon-Mätzchen ist Die drei Tage des Condor gut gealtert und thematisch weiterhin aktuell. Auch die wenigen Actionszenen, insbesondere der Anschlag auf das CIA-Büro, sind durchweg spannend inszeniert. Neben dem damaligen Superstar als wehrhafter Agent auf der Flucht gefällt Max von Sydow als taktisch gewiefter Auftragskiller.

Studiocanal zeigt den Klassiker erstmals aufwändig in 4K restauriert in einer Bildqualität, die mit verbesserter Schärfe und natürlicheren Farben punkten kann. Vergessen sind somit die vielen matschigen Szenen, die man noch von der Blu-ray im Gedächtnis hat. Als Bonus werden eine unbedingt sehenswerte Dokumentation über das Paranoia-Kino der 70er Jahre und ein für eine ältere Veröffentlichung aufgenommener Audiokommentar mit dem 2008 verstorbenen Regisseur Sydney Pollack angeboten.

 

Blu-ray & 4K UHD Extras:

    • Audiokommentar mit Sydney Pollack
    • Dokumentation: Paranoia-Kino der 70er Jahre

 

Marcs Filmwertung

Intelligenter und eleganter Polit-Paranoia-Thriller, der zu den essentiellen Klassikern des Kinos der 1970er Jahre gehört.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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