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It Follows

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It Follows (Mediabook)

USA 2014

FSK: ab 16 Jahren

Länge: ca. 100 Min.

Studio: Animal Kingdom

Vertrieb: Universum Film /Weltkino

Filmzine-Review vom 17.11.2018

Nach einigen Dates mit ihrem Schwarm Hugh erwartet College-Studentin Jay (Maika Monroe) auf dem Rücksitz seines Autos nun endlich das heiß ersehnte Schäferstündchen. Als er sie kurz danach mit Chloroform ins Reich der Träume schickt, ist der Schock groß. Nach ihrem Erwachen findet sie sich gefesselt in einem Rollstuhl wieder und muss sich von Hugh eine unglaubliche Geschichte anhören. Durch den Sex habe er eine Art Fluch an sie weitergegeben. Ein Wesen, das ihn verfolgt hatte und töten wollte, werde nun ihr folgen. Es dauert tatsächlich nicht lange, bis Jay zunehmend das Gefühl hat, dass sie von jemandem verfolgt wird. Niemand außer ihr scheint diese Person, die verschiedene Gestalten annehmen kann, sehen zu können. Ist sie in einen paranoiden Alptraum geraten oder lastet wirklich ein Fluch auf ihr?

A Girl Walks Home Alone at Night, Ich seh, ich seh, Der Babadook und als krönender Abschluss: It Follows. 2015 gehörte definitiv zu den stärksten Horror-Jahrgängen der jüngeren Zeit. Während Hollywood mit aufgewärmten Rezepten und öden Brutalo-Remakes längst nur noch Langeweile verbreitet, sorgt diese neue hippe Arthouse-Horror-Welle für eine überfällige Frischzellenkur des Genres. Großes Kompliment also an den jungen It Follows-Regisseur David Robert Mitchell, der hier zwar ausgiebig einige Meister – Carpenter, Cronenberg, Lynch – zitiert aber dennoch mit traumwandlerischer Sicherheit ein ganz eigenständiges, höchst originelles Mystery-Stalker-Werk auf die Beine stellt. Die leicht schäbigen Vororte Detroits werden mit langsamen Steadicam-Fahrten und eindringlichen Elektroniksounds dermaßen gekonnt eingefangen, dass man hinter jeder Ecke Michael Myers vermutet. Und tatsächlich ist das unheimliche „Etwas“, das sich meistens im Hintergrund bewegt, mindestens so furchterregend wie die einstige Horror-Ikone, denn die Gestalt lässt sich von nichts und niemanden aufhalten. Das Gefühl nicht entkommen zu kommen, überträgt sich somit bald auf den Zuschauer. Mit anderen Worten: Ein Film wie gemalt für einen ultrafiesen Alptraum.

Das geringe Budget der Produktion schlägt sich glücklicherweise nicht in der technischen Qualität der Blu-ray wieder. Abgesehen von einigen minimalen Unschärfen gibt es beim Bild nichts zu kritisieren. Die Extras bieten ein fünfminütiges Interview mit Soundtrack-Tüftler „Disasterpeace“ (alias Rich Vreeland) und einen Audiokommentar mit Web-Kritiker Scott Weinberg, der per Telefon einige seiner Kollegen für die gelungene Analyse mit ins Boot holt. Die Mediabook-Sonderedition, die Weltkino nun anlässlich des Kinostarts von Under The Silver Lake, dem neuen Werk von David Robert Mitchell, auf den Markt bringt, enthält neben einer Freikarte für diesen Film zwei Postkarten und ein Booklet mit ausführlichen Informationen.

 

Blu-ray Extras:

  • Audiokommentar von Filmkritiker Scott Weinberg
  • Interview mit Soundtrack-Komponist Disasterpeace (5 min)
  • Trailer
  • 7 Trailer zu weiteren Titeln
  • Kinogutschein für Under The Silver Lake
  • 16-seitiges Booklet
  • 2 Postkarten

Marcs Filmwertung

Originell, unheimlich, mysteriös: Der Stoff, aus dem die Alpträume sind, und einer der besten Horrorfilme der letzten Jahre.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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