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Die Verlegerin

© Universal Pictures Germany GmbH

Die Verlegerin

The Post

USA 2017

FSK: ab 6 Jahren

Länge: ca. 116 Min.

Vertrieb: Universal Pictures Home Entertainment

Filmzine-Review vom 04.07.2018

Nach dem Selbstmord ihres Mannes steht mit Katharine „Kay“ Graham (Meryl Streep) erstmals eine Frau an der Spitze der renommierten Washington Post. Doch die Verlegerin muss in der von Männern dominierten Branche Tag für Tag kämpfen. Ein geplanter Börsengang soll der darbenden Zeitung helfen, doch die meisten männlichen Kollgen in der Führungsetage sind nicht überzeugt. Ausgrechnet in dieser turbulenten Zeit steht die Verlegerin vor einer schwierigen Entscheidung: Soll die Post die jüngst veröffentlichten Pentagon Papers zu den geheim gehaltenen Hintergründen des Vietnamkrieges veröffentlichen und sich damit gegen mögliche Investoren und die gerichtlichen Anordnungen der Nixon-Regierung stellen? Für ihren Chef-Journalisten Ben Bradlee (Tom Hanks) kann es nur eine Antwort geben…

Vor dem Hintergrund der Watergate-Affäre ist der Skandal um die Pentagon Papers aus dem Jahr 1971 ein wenig in Vergessenheit geraten. Hinter den Dokumenten stand eine von einem amerikanischen Think Tank (RAND Corporation) erstellte Langzeit-Studie, die der ehemalige Verteidigungsminister Robert McNamara, einer der Architekten des Vietnamkrieges, in Auftrag gegeben hat. Das ernüchternde Resultat der Studie war, dass sämtliche US-Administrationen seit den 1950ern die eigene Bevölkerung über die Misserfolge in Indochina und die Unmöglichkeit, den Vietnamkrieg militärisch zu gewinnen, belogen hatten. Erst der Whistleblower Daniel Ellsberg (Matthew Rhys) hat diesen Skandal aufgedeckt und die Studie zunächst der New York Times und dann auch der Washington Post zugänglich gemacht. Spielberg entwirft aus der historischen Affäre ein starkes filmisches Plädoyer für die Pressefreiheit, wenngleich er die Klasse von Die Unbestechlichen und zuletzt Spotlight minimal verfehlt. Hier und da kann sich der Film nicht 100%ig zwischen der beeindruckenden Biografie der Herausgeberin Kay Graham und dem Aufdecken des Skandals entscheiden. Das ändert aber nichts an der sagenhaften Strahlkraft von Meryl Streep, die für ihren Auftritt ihre mittlerweile 21. Oscar-Nominierung einstreichen konnte und der Rolle gewohnt ihren Stempel aufdrückt. Ben Bradlee, eine weitere Legende der Washington Post, wird von Tom Hanks nicht minder charismatisch verkörpert.

Die historischen Hintergründe liefern die durchweg sehenswerten Extras der Blu-ray: Am besten und informativsten ist der Beitrag „Layout: Katharine Graham, Ben Bradlee, The Washington Post“ mit Interviews mit der Witwe von Ben Bradlee, zwei Kindern von Katherine Graham und dem heute fast 90-jährigen Whistleblower Daniel Ellsberg, der über seine damaligen Motive spricht.

 

Blu-ray Extras:

    • Layout: Katharine Graham, Ben Bradlee The Washington Post (22 min)
    • Zusatzmaterial: Besetzung und Personen in „Die Verlegerin“ (16 min)
    • Die Style-Abteilung: Eine Ära wieder aufleben lassen (17 min)
    • Das Anhalten der Pressen: Filmstart von „Die Verlegerin“ (26 min)
    • Kunst und Kultur: Musik in „Die Verlegerin“ (7 min)
    • Wendecover

 

Marcs Filmwertung

Großartiges Starkino und ein wichtiges filmisches Plädoyer für die Pressefreiheit.

Marc

Marc

Cineast bis in die Haarspitzen. Anything goes außer Schweiger & Schweighöfer und Bollywood. Regie-Lieblinge: Fincher, Mann, Scorsese, Coppola, Lynch, die Coens, Tarantino, Cameron, De Palma, P.T. & Wes Anderson, Spielberg.
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